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03.10.19 - 13:50 Uhr

Baugenossenschaften müssen endlich bauen, statt nur Bestandspflege zu machen

„Baugenossenschaften heißen so, weil es ihre Aufgabe ist zu bauen. Doch das tun die meisten leider nicht, obwohl der Bedarf an neuen bezahlbaren Wohnungen auch im Landkreis Gießen groß ist. Man jammert über die vielen Baunormen, betreibt lieber Bestandspflege und schüttet den Genossen stattliche Dividenden aus, anstatt das Geld in den Neubau zu investieren, kritisiert der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers, und er zielt damit auch auf die Baugenossenschaft Lollar/Lumdatal.

„Im Landkreis, das belegt dessen Wohnraumversorgungskonzept, werden in etlichen Kommunen, vor allem rund um Gießen und auch in Lollar, neue öffentlich geförderte Wohnungen benötigt. Jahrzehntelang verlegte man sich in den Kreisgemeinden darauf, die Wohnungsbedürftigen, die man nicht selber unterbringen wollte, einfach an die Wohnbau in Gießen zu verweisen. Eigene Anstrengungen, um selber für bezahlbare Wohnungen zu sorgen, unterblieben. Doch dieses falsche „Konzept“ geht nicht mehr auf, weil das städtische Wohnungsunternehmen in Gießen nur noch Stadtbürgern eine Wohnung anbietet, die schon länger hier leben.

Es sei richtig, wenn die Baugenossenschaft in Lollar sage, dass man Neubaumieten nicht für 5 Euro/ qm realisieren könne. „Aber das verlangt auch keiner. Für 6-7 Euro geht das schon, wie Beispiele belegen, wenn man allen Fördertöpfe ausschöpft, - gerade in Gemeinden, in denen die Grundstückspreise noch nicht explodiert sind.“

Mit Blick auf die 200 zum Verkauf anstehenden Buderus-Wohnungen in Lollar wünscht man sich beim Mieterverein, dass sich Stadt und Baugenossenschaft zum Ankauf entschließen, bevor die Wohnungen an einem zweifelhaften Investor fallen, der dann ein Maximum an Rendite herauspresst. Es wäre für die Mieter der Genossenschaft auch zumutbar, mit einem Solidarbeitrag dazu beizutragen, wenn sich der Wohnungsbestand des Unternehmens erhöht.