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24.09.19 - 10:54 Uhr

Gerissener Rolladengurt, tropfender Wasserhahn oder defekte Steckdose - was ist zu tun ?

Grundsätzlich gilt, dass der Vermieter für die Instandhaltung/Instandsetzung der Mietwohnung zuständig ist. Das ist aus dem BGB-Paragrafen 535 zu entnehmen, der die Hauptpflichten von Mieter und Vermieter regelt. Dort heißt es: „Der Vermieter muss die Mietsache während der Mietzeit in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand erhalten.“

Der Mieter muss den Vermieter immer zeitnah über den Mangel informieren - am besten schriftlich - und um Abhilfe (Reparatur) bitten, denn das ist dessen Sache.

Für sog. Kleinreparaturen gibt es in vielen Mietverträgen eine spezielle Regelung, die aber, um gültig zu sein, bestimmten Anforderungen des Bundesgerichtshofes (BGH) genügen muss :

1) Es muss sich tatsächlich um die Beseitigung eines Bagatellschadens handeln, d.h. um Kleinigkeiten.

2) Die Reparatur selbst muss sich auf solche Teile der Mietsache beziehen, die dem direkten und häufigen Zugriff des Mieters unterliegen. Gemeint ist damit der tropfende Wasserhahn oder auch Schäden an Duschköpfen, Fenster-, Türverschlüssen, Rollläden, Jalousien, Lichtschalter, Steckdosen usw. Nicht also der Bruch einer Wasserleitung in der Wand, Feuchtigkeitschäden o.ä.

3) Die Reparatur darf höchstens 75 Euro, (manche Gerichte sagen auch 100 Euro) kosten.
Wichtig : Kostet die Reparatur nur 1 Cent mehr als die festgelegte Grenze im Mietvertrag, zahlt sie der Vermieter ganz alleine. Es gibt keine Anteilsregelung.

4) In der Kleinreparaturklausel muss außerdem noch eine Obergrenze genannt werden für alle Kleinreparaturen innerhalb eines Jahres. Der Mieter muss danach in einem Jahr höchstens 150 – 200 Euro für alle Kleinreparaturen zusammen zahlen oder 8 % der Jahresmiete.

Wenn der Vermieter nicht für Abhilfe sorgt, kann ihn der Mieter schriftlich ( am besten mit Einschreiben ) mit einer Fristsetzung in Verzug setzen und die sog. "Ersatzvornahme" androhen. Das heißt, der Mieter bestellt selber den Handwerker und zahlt die Rechnung. Dann wird die Rechnungssumme von der nächsten Miete abgezogen.

Auch besteht die Möglichkeit, die Reparatur einzuklagen.

Tipp: Für Schäden, die der Mieter an der Wohnung selber verursacht hat, sollte er eine Haftpflichtversicherung haben.