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06.07.19 - 12:07 Uhr

Cooles Gießen - Maßnahmen gegen Hitzeinseln

Die ersten Hitzewochen dieses Sommers zeigen, dass der Klimawandel längst auch in Gießen angekommen ist. An vielen Tagen war die Hitze von über 30 Grad Celsius in vielen Teilen der Stadt nur schwer erträglich. Die immer dichtere Innnenstadtbebauung sorgt dafür, dass Beton und versiegelte Böden die Wärme speichern und sie erst langsam an die Umgebung abgeben.

Deshalb kühlt es auch nachts nur wenig ab. Der fortschreitende Klimawandel und die vermehrten Hitzeperioden beeinträchtigten die menschliche Gesundheit ganz erheblich und die Gesundheitsrisiken werden zunehmen. Deshalb muss die Stadt schnell initiativ zu werden, fordert der Mieterverein.

„Für eine fundierte klimafreundliche Stadtplanung bedarf es einer Stadtklimaanalyse, die es ja schon in Teilen gibt. Wenn man weiß, von wo frische Luft in die Stadt hereinkommt oder wo Hitzeinseln entstehen, kann man umsichtig reagieren. Da geht es zum Beispiel um das Erkennen von Frischluftschneisen - wo kommt frische kühle Luft in die Stadt hinein. Aber solche Bereiche dürfen dann nicht weiter zugebaut werden“, warnt der Mietervereinsvorsitzende, Stefan Kaisers und er schlägt viele Einzelmaßnahmen vor, die Abhilfe schaffen können gegen die Hitze in der Stadt :

- Die Stadt muss schnell viele neue Bäume (500 pro Jahr) entlang der Straßen pflanzen,- über die notwendigen Ersatzpflanzungen hinaus. Sie werden, wenn sie einmal gewachsen sind, Schatten spenden und zudem Kühlung bringen aufgrund der Abgabe von Feuchtigkeit.

- Vor allem mehr Grünflächen/Parkanlagen helfen dabei, die Stadt kühler zu halten, die Hitzeinseln abzukühlen. Die bilden sich dort, wo es viele versiegelte Flächen gibt. Da hilft Schatten, viele Bänke, aber auch Wasseranlagen. So kann man Schatten mit Hilfe von Pergolen oder freistehenden Rankelementen schaffen.

- Aufenthaltsplätze sind einzurichten, wo es Nebelduschen und Trinkbrunnen mit Sprühnebelfunktion gibt, bei denen Wasser zerstäubt wird. Die kleinen Wassertröpfchen senken die Umgebungstemperatur um bis zu elf Grad Celsius und reinigen die Luft.

- Das anlässlich der Landesgartenschau kläglich gescheiterte Förderprogramm zur Fassaden- und Dachbegrünung als natürliche Klimaanlagen auf/an Häusern muss aktiviert werden. Die Stadt sollte da endlich mit gutem Beispiel an ihren Gebäuden vorangehen.

- Auch Überdachungen können helfen, damit sich Fußgänger und Radfahrer im Sommer an überhitzten Straßenkreuzungen entspannt aufhalten können und nicht an einer roten Ampel von der Sonne „gebraten“ werden.

- Je weniger Asphalt und versiegelte Flächen, desto besser kann die Stadt „atmen“, also Hitze aufnehmen, kühlend wirken und auch die heftigen Regengüsse bei Unwettern auffangen. Parkflächen müssen deshalb zugunsten von Staudenbeeten o.ä. deutlich reduziert werden.

- Die Wohnungen sollten beschattet werden, etwa mit viel mehr außenliegende Rollläden oder Jalousien. Es ist sehr wichtig, dass man sich im Innenraum wohlfühlen kann, dass es Rückzugsmöglichkeiten gibt, wo man es angenehm hat.