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12.06.19 - 09:46 Uhr

Mieterverein begrüßt die neuen Registrier- und Vergaberichtlinien für Sozialwohnungen in Gießen

Der Mieterverein begrüßt, dass der Bauausschuss des Stadtparlamentes die neuen Registrier- und Vergaberichtlinien für die öffentlich geförderten Wohnungen in Gießen zustimmend zur Kenntnis genommen hat.

Dieses Regelwerk macht die Vermittlung des knappen Gutes „Sozialwohnung“ transparent, weil es ein klar gestuftes System von Dringlichkeitsstufen enthält. Von dem Interessenten für eine öffentliche geförderte Wohnung werden von „Fachdienst Wohnen“ im Amt für soziale Angelegenheiten im Rathaus zunächst die speziellen Sozialdaten dazu erfasst und dann wird der Wohnberechtigungsschein ausgestellt, der eine konkrete Dringlichkeit enthält. Damit geht der Wohnungssuchende zu einem Wohnungsunternehmen, das dann aus seinem Bestand die passende freie Sozialwohnung sucht und vergibt. Zu den Kriterien zählen u.a. enge Wohnverhältnisse, akut drohende Wohnungslosigkeit, Behinderung, Schwangerschaft, das Lebensalter und die Länge der Wohndauer in Gießen.

Letzteres ist wichtig, weil damit verhindert werden soll, dass es sich die Kreisgemeinden bequem machen und wie in der Vergangenheit das Wohnungsversorgungsproblem auf die Stadt abschieben, indem man einfach Sozialwohnungsberechtigte nach Gießen schickt. Statt dessen müssen sie selber den Bau von Sozialwohnungen voranzutreiben.

Positiv hervorzuheben ist, dass die Wohnbau Gießen dieses Regelwerk für nahezu alle ihre Wohnungen im Bestand anwenden will. Auch andere Anbieter der gerade noch 2700 Sozialwohnungen in der Stadt ziehen mit, so die Baugenossenschaft 1894, die GWH oder Zinshaus AG/Wevato.

An dem Papier haben neben der Stadtverwaltung und den Wohnungsanbietern auch der Mieterverein und die freien Träger der Wohlfahrtsverbände mitgewirkt. Vorbild waren ähnliche Regelwerke in anderen Städten. Die Arbeit an den Richtlinien hat sich leider lange hingezogen, weil auch die neuen Datenschutzregelungen vom Mai letzten Jahres mit berücksichtigt werden mussten. Alle Beteiligten erwarten sich von der Umsetzung einen besseren Überblick über die wohnungssuchenden Personen und ihre Versorgung. Das kann auch die bedarfsgerechte kommunale Wohnungspolitik mit dem Neubau von weiteren Sozialwohnungen erleichtern. Nach einer Erprobungsphase wird eine Evaluation stattfinden, um das Verfahren noch verbessern zu können.