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15.04.19 - 15:55 Uhr

Schimmel in der Wohnung - wie man vorbeugt und was man tun kann, wenn das Problem schon da ist

Ob Altbau oder Neubau, Schimmelbildung ist in vielen Häusern ein Problem. In schimmligen Wohnungen sollte niemand auf Dauer leben, denn Schimmelpilze können die Gesundheit beeinträchtigen.

Wirkungsvoll bekämpfen lässt sich Schimmelbildung nur, wenn die Ursache erkannt und abgestellt wird.

Wie gefährlich ist Schimmel?

Schimmelpilze gibt es überall in der Natur. Ihre Sporen und Stoffwechselprodukte fliegen durch die Luft und sind für gesunde Menschen zunächst unproblematisch. Werden sie in hoher Konzentration eingeatmet, können sie zu Beschwerden der Atemwege führen. Bei manchen Menschen zeigen sich auch verschiedene allergische Reaktionen. Laut Umweltbundesamt ist unklar, ab welcher Konzentration Schimmelsubstanzen in der Atemluft zu Beeinträchtigungen führen. Daher sollte Schimmel vorsorglich entfernt werden.

Wie entsteht Schimmel?

Schimmelpilze benötigen Feuchtigkeit, sie wachsen bevorzugt auf Flächen, die dauerhaft feucht sind. Innenwände von intakten Wohngebäuden sollten dafür zu trocken sein. Bildet sich dennoch Schimmel, muss die Ursache für die feuchte Wand ermittelt werden. Mögliche Ursachen sind unter anderem:
- undichte Stellen oder Risse, durch die Wasser von außen eindringt
- kalte Stellen wegen mangelhafter Isolierung (Wärmebrücken)
- defektes Wasser- oder Abwasserrohr in der Wand
- zu hohe Luftfeuchtigkeit im Raum und unzureichendes Lüften

Was hilft gegen Schimmel?

Häufig bildet sich Schimmel unter der Tapete und bleibt damit zunächst unsichtbar. Ist Schimmel zu erkennen, sollten die Flecken so rasch wie möglich entfernt werden, rät ein Energieberater von der Verbraucherzentrale Hamburg. Flächen von bis etwa zur Größe einer Handfläche kann man selbst behandeln. Dabei sollte man Schutzhandschuhe und einen Atemschutz tragen.
Neben dem Fenster kann sich an der kalten Wand schnell Schimmel bilden.
Die schimmelige Tapete entfernen und im Müll entsorgen. Die betroffene Fläche mit einem Anti-Schimmel-Mittel nach Gebrauchsanweisung behandeln. Alternativ die betroffene Stelle mit hochprozentigem Alkohol aus der Apotheke oder Brennspiritus gründlich abwaschen. Dabei und danach den Raum gut lüften. Die Behandlung mit Alkohol und Spiritus wiederholen, wenn die Wand abgetrocknet ist. Diese Maßnahmen helfen meist nur kurzzeitig, wenn die Ursache für den Schimmel nicht erkannt und beseitigt wurde. Essig und Essigreiniger wirken nicht gegen Schimmel.

Wie kann man vorbeugen?

Ein Hygrometer zeigt die Luftfeuchtigkeit im Zimmer an.
Bewohner können Schimmel wirkungsvoll vorbeugen, wenn sie die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung kontrollieren und ausreichend heizen und lüften. Dabei hilft ein Hygrometer, das die Luftfeuchtigkeit misst und den Wert in Prozent anzeigt. Er sollte etwa zwischen 40 und 60 liegen. Messgeräte gibt es analog mit Zeiger oder digital mit Ziffernanzeige zu Preisen ab etwa zehn Euro. Wohnungen, in denen neue, dicht schließende Fenster eingebaut wurden, müssen deutlich häufiger gelüftet werden als zuvor. Außerdem sollten:
Möbelstücke wie Schränke oder Sofas nicht dicht an Außenwänden stehen
Badezimmer-Fenster nach dem Duschen geöffnet werden
auch unbewohnte Zimmer und Wohnungen im Winter leicht geheizt werden
Türen zu Zimmern, die nicht oder nur niedrig beheizt werden, sollten geschlossen bleiben

Sonderfälle Neubau und Keller

In neu gebauten Häusern steckt noch viel Feuchtigkeit in den Wänden, gleichzeitig sind die Gebäude besonders luftdicht. Bis sie völlig durchgetrocknet sind, dauert es mehrere Jahre. In dieser Zeit muss besonders häufig gelüftet werden, damit sich kein Schimmel bildet. Fenster und Türen von Kellerräumen und in Souterrain-Wohnungen sollten im Sommer nur geöffnet werden, wenn die Außentemperatur niedriger ist als die Raumtemperatur. Sonst kommt mit der warmen Luft Feuchtigkeit in die Räume, die sich an den kalten Wänden und Gegenständen niederschlägt und dort die Schimmelbildung begünstigt.