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01.02.19 - 11:04 Uhr

Im Winter ist Hauptsaison für Schimmel in der Wohnung

„Besonders im Winter, aber auch in den Übergangszeiten, sind Feuchtigkeitsschäden in Wohnungen häufig,“ berichtet der Mieterverein aus der Beratungspraxis. „Die schwarzen Flecken auf den Tapeten sehen nicht nur hässlich aus, die Sporen des Schimmelpilzes können z. B. auch, insbesondere bei Kindern, schwere Asthmaleiden verursachen. Hierfür kann Kondensfeuchtigkeit von innen oder von außen in die Wand eindringendes Wasser verantwortlich sein.

Es gibt zwei Gründe, warum sich Kondenswasser bildet bzw. dieses Schwitzwasser sich an den Wänden niederschlägt: entweder ist die Luft zu feucht, d. h., der Mieter lüftet und/oder heizt zu wenig, oder die Wände sind zu kalt, das Haus hat also Baumängel. Häufig liegen beide Ursachen vor, und Mieter und Vermieter streiten sich über die Ursache.

Physikalisch gilt: Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte. Wenn nun warme Luft, mit Feuchtigkeit gesättigt, auf eine kalte Stelle im Raum (Wand, Fenster) trifft, kondensiert der Wasserdampf dort aus, kann Schimmel erzeugen.

Es ist die Pflicht des Mieters, die Wohnung ausreichend zu heizen und zu belüften und er muss dabei die Besonderheiten der Wohnung beachten. Bei alten Fenstern, die ohnehin nicht dicht schließen, muss er zum Beispiel weniger lüften als bei neuen Doppelfenstern mit Gummidichtung, die einen fast hermetischen Außenabschluss bilden.

Das Lüften muss aber in zumutbarem Umfang erfolgen. Was zumutbar ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. Einigkeit besteht darin, dass das Schrägstellen der Fenster (»Kipplüftung«) im Regelfall nicht genügt, da aus physikalischen Gründen kaum ein Luftaustausch stattfindet. Vielmehr sind die Fenster weit zu öffnen, und es ist für Zugluft zu sorgen. Wenn in der Wohnung morgens und abends im 5 bis 10 Minuten alle Fenster weit geöffnet würden, müsste die Wohnung trocken bleiben. Nun ist dies im Winter bei Frost oder wenn sich kleine Kinder in der Wohnung aufhalten nicht ganz einfach. Das Landgericht Hannover beurteilte das vom Mieter behauptete 3 – 4-malige Stoßlüften am Tag für 10 Minuten als ausreichend, sofern die Wohnung ausreichend beheizt werde und nicht falsch möbliert sei. Unzumutbar ist das sechsmalige Lüften am Tag. Es ist dem Mieter auch nicht zumutbar, auf das Aufstellen von Möbeln an Außenwänden zu verzichten, wenn er einen Wandabstand von wenigen Zentimetern einhält.

Der Vermieter kann nicht verlangen, dass die Mieter das Schlafzimmer heizen, wenn sie gewohnt sind, kalt zu schlafen. Allenfalls darf er fordern, dass die Temperatur nicht unter 15 Grad sinkt. In der Konsequenz wird der Mieter vermehrt lüften müssen. Der Mieter schuldet aber keine besondere »Klimapflege« für seine Wohnung, was das ausreichende und zumutbare Lüften nicht ausschließt.

Sollte es zu einem Rechtsstreit kommen, ist entscheidend, wer die Beweislast trägt, wenn sich die Ursache für die Feuchtigkeit letztlich nicht aufklären lässt. Macht der Vermieter einen Anspruch geltend, muss der Mieter beweisen, dass die Wohnung mangelhaft ist, dass sie also Schimmelflecken hat. Dies wird aber häufig sogar unstreitig sein. Dann ist der Vermieter am Zug, er muss beweisen, dass unzureichendes Lüften als Ursache für den Schimmelpilz in Frage kommt, indem er die in seinem Verantwortungsbereich liegenden Ursachen ausschließt anders beim Mieteranspruch ; das sind z. B. Eindringen von Regen bzw. Erdfeuchte von außen, Neubaufeuchtigkeit, Kernkondensat, nicht ausreichende Wärmedämmung oder das Vorliegen von Wärmebrücken.