Sie verwenden einen veralteten Browser mit Sicherheitsschwachstellen und können daher diese Webseite nicht nutzen.

Hier erfahren Sie, wie einfach Sie Ihren Browser aktualisieren können.

30.01.18 - 18:53 Uhr

Das kleine 1x1 bei der Prüfung der Betriebskostenabrechnung

Betriebskostenabrechnungen sind für die meisten Mieter ein Buch mit sieben Siegeln. Vor der Prüfung des Zahlenwerks schrecken sie zurück. Doch das ist ein Fehler, denn sehr viele Abrechnungen sind fehlerhaft. Der Mieterverein gibt einige Hinweise, worauf zu achten ist.

Will man eine Betriebskostenabrechnung prüfen, muss dazu auch der Mietvertrag herangezogen werden. Zunächst vergleicht man die im Mietvertrag vereinbarten Positionen mit denjenigen in der Abrechnung. Bei Abweichungen leuchtet das erste Warnlicht auf. Eine Übersicht über die zulässigen Betriebskosten und ihre durchschnittliche Höhe bietet der „Betriebskostenspiegel“ des Deutschen Mieterbundes (DMB), für die Heizkosten kann man sich auf „www.heizspiegel.de“ umsehen.
Dann muss man sich mit Abrechnungszeiträumen befassen und die gesetzlich festgelegten Fristen beachten. Der Vermieter muss dem Mieter die fälligen Betriebskosten spätestens bis Ablauf des zwölften Monats nach Ende des Abrechnungszeitraums mitteilen. Das heißt, die Abrechnung für 2016 muss bis spätestens 31.12.2017 beim Mieter sein, sonst geht der Vermieter leer aus.
Neben Fristen für die Zustellung der Betriebskostenabrechnung an den Mieter gibt es für Vermieter auch solche für das Erhöhen der Nachzahlung und künftiger Vorauszahlungen. Ein Mieter, der zu recht das Fehlen einer überfälligen Betriebskostenabrechnung moniert, darf bereits entrichtete Betriebskosten vom Vermieter zurückverlangen und laufende Vorauszahlungen aussetzen - so lange, bis er das geforderte Dokument in den Händen hält. Will ein Mieter Einwände gegen eine Betriebskostenabrechnung vorbringen, muss auch er sich an bestimmte Fristen halten.
Seine Widerspruchsfrist beträgt 12 Monate nach Zugang der Betriebskostenabrechnung. Während diese Zeitrahmens, der im  § 556 BGB geregelt ist, hat der Mieter das Recht, Beanstandungen an dem Zahlenwerk vorzubringen, sofern ihm Fehler in der Nebenkostenabrechnung aufgefallen sind. Damit eine Prüfung der Nebenkostenabrechnung vom Mieter möglich ist, muss der Vermieter dem Mieter auf Wunsch die Möglichkeit zur Einsicht in die entsprechenden Belege und Rechnungen geben. Eine Kopie der Belege und Rechnungen muss der Vermieter hingegen nur unter bestimmten Voraussetzungen anfertigen und dem Mieter aushändigen.
Das Abrechnungsjahr muss nicht mit dem Kalenderjahr identisch sein. Will der Vermieter in einem Mehrparteienhaus eine Abrechnung über beispielsweise 13 Monate machen, benötigt er dafür die Zustimmung jedes einzelnen Mieters.
Gelten verschiedene Abrechnungszeiträume für Positionen, die mit in die Abrechnung einfließen, etwa für Versicherungsbeiträge und Heizkosten, dann kann das die Sache komplizierter machen als nötig.