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15.01.18 - 11:38 Uhr

Zweifel am geplanten Entwicklungskonzept für die Margaretenhütte

„Mit einem „integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept“, man höre und staune über die Ankündigungsrhetorik, will der Magistrat das Wohnquartier an der Henriette-Fürth-Straße attraktiver gestalten. In Gießen ist das Areal besser bekannt als „Margaretenhütte“. Doch die Ansätze und Vorschläge werden nicht zur Verbesserung der dortigen Tristesse beitragen“, meint man beim Mieterverein.

In einer kritischen Stellungnahme des Mietervereins zu den ersten Überlegungen des „Konzeptes“ heißt es: „Vorgesehen ist die weitere Verdichtung der Wohnbebauung mit der Errichtung neuer Sozialwohnungen und gar einer Aufstockung der vorhandenen Gebäude, die Neuordnung der Parkplatzsituation, die Entsiegelung von Asphaltflächen und die Erweiterung der Gleisunterführung am südlichen Ende der Lahnstraße.

„Letzteres wird sofort zu mehr LKW- und Fernbusverkehr in der schon jetzt stark frequentierten Lahnstraße führen, worunter das Wohngebiet bereits heute leidet. Mit dem Hubschrauberlandeplatz der Luftrettung in Sichtweite gibt es eine weitere Lärmquelle mit wachsendem Potenzial. Wie soll so das abgehängte Areal eine größere Anziehungskraft bekommen?“ fragt der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers.
Ausdrücklich möglich soll die Ansiedlung von aus der Innenstadt ausgelagerten Spielhallenbetrieben sein. Damit würde man aber auch zwielichtige Gestalten und Kriminelle aller Art in dieses Gebiet ziehen. Will man das ?
„Das Entwicklungskonzept müsste Perspektiven aufzeigen, wie das Wohnen in der Margaretenhütte an Qualität gewinnen kann, wie z.B. eine sozialstrukturelle Verbesserung erreicht wird, um vom Dauertropf der städtischen Wohlfahrtspflege und Jugendhilfe wegzukommen“, so der Mieterverein. Mit weiterer Verdichtung, dem Bau neuer Sozialwohnungen, könne das  sicher nicht gelingen.

Das Wohnquartier Margaretenhütte ist seit eh und je aufgrund seiner Randlage - eingezwängt zwischen Gewerbegebiet, Lahnstraße und Zentrale Aufnahmestelle und Fluss - benachteiligt. Müllplätze und Gestank von der Kläranlage tragen mit dazu bei. Seit Jahrzehnten kämpft man dort gegen das Image vom sozialen Brennpunkt an. „Es mangelt an einer Nahversorgung. Und die Wohnsubstanz ist, zumindest von außen betrachtet, längst wieder instandhaltungsbedürftig“, meint der Mietervereinsvorsitzende.

„Hier hat man wieder mit ein gutes Exempel dafür, wie die Stadtplanung in Gießen mit der Ankündigung eines Maßnahmenpaketes, auf dem der hochtrabende Name „integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept“ prangt, große Erwartungen weckt und am Ende wohl nur Frustrationen bei den Bürgern bewirken wird. Eine Stadtentwicklung, die diesen Namen wirklich verdient, ist mehr als Verkehrspolitik. Sie muss das Ziel haben, zur deutlichen Verbesserung der urbanen Wohn- und Lebensqualität der Bürger beizutragen“, fordert der Mieterverein.