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04.01.18 - 12:26 Uhr

Zweifel an der Fassadendämmung

„Die von der Verbraucherzentrale Hessen beworbene Fassadendämmung als probates Mittel zur Energieeinsparung ist bei genauerem Hinsehen und Nachrechnen selten eine gute Lösung. Solche Maßnahmen sind teuer und rechnen sich für viele Eigentümer meist nicht“, heißt es beim Mieterverein.

Bei vermieteten Häusern werden die enormen Kosten auf den Mieter abgewälzt. Häufiges Ergebnis: die Miete steigt um 2 Euro/qm und mehr, die Heizkosten sinken um 1 Euro/qm.  Das Energieeinsparpotential liegt nach Angaben des Bauministeriums mit der Fassadendämmung bei maximal 14%, der Dämmung der obersten Geschossdecke bei beachtlichen 22% und der  Erneuerung/ Optimierung der Heizungsanlage bei 24%. Die nachträgliche Fassadendämmung erreicht auch so gut wie nie einen akzeptable Zehn-Jahres-Amortisation und verstößt damit gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot des Energieeinspargesetzes (EnGG) . "Ein Kilogramm Polystyrol an der Fassade spart in fünfzig Jahren mehr als 200 Liter Heizöl ein", sagt Hartschaumverbandschef Schönell.  Aber die Energierechnung ist kompliziert, weil sie sich an dem Energiebedarf orientiert. Zu oft  werden Gewohnheiten der Bewohner und die Lage des Gebäudes nicht berücksichtigt. "Vielfach wird der Energiebedarf daher zu hoch angesetzt, der Energieverbrauch liegt bei der Hälfte", sagt Professor Harald Simons, Vorstand des Berliner Forschungsinstitut Empirica. Und weil in gedämmten Häusern häufig die Innen- und Außenluft fast hermetisch abgeschottet wird, ist über ein Lüftungskonzept nachzudenken, um die Raumluftfeuchtigkeit zu beherrschen. Damit entstehen zusätzliche Kosten. Ob das alles der Behaglichkeit und dem Wohnkomfort dient, darüber kann man trefflich streiten.