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04.12.17 - 18:44 Uhr

Tipps für die Wohnungssuche

In vielen Städten ist die Wohnungssuche eine mühsame Sache, zeitaufwändig und nervenaufreibend. Einfach nur zu schauen, was sich so ergibt, ist kein guter Plan. Es braucht eine richtige Strategie.

Die Obdachlosenrate steigt hierzulande seit knapp zehn Jahren stetig. Fast eine halbe Million Menschen haben in Deutschland keine feste Bleibe, darunter 52.000 Obdachlose. Die meisten Suchenden konsultieren die einschlägigen Internet-Portale wie Immo-Scout, um etwas Passendes zu finden. Aber die Suche über die Zeitung lohnt sich immer noch. Denn von den 21 Millionen Mietwohnungen in Deutschland werden 15 Millionen von privaten Vermietern angeboten", erläutert der Mietervereinsvorsitzende, Stefan Kaisers. "Und unter ihnen sind viele ältere Leute, die neue Mieter nicht per Computer, sondern mit herkömmlichen Zeitungsannoncen suchen. Wer in der regionalen Presse nach einer Wohnung schaut, kann mitunter wahre Schätze finden."
In manchen Supermärkten gebe es öffentliche schwarze Bretter, auf denen man kostenlos ein Wohnungsgesuch aushängen kann oder auch Angebote findet.
Manche Mieter überlegen, einen Makler zu beauftragen. Aber das sei seit der Neuregelung der Wohnungsvermittlung nicht sehr erfolgversprechend. "Zwar haben Makler einen guten Überblick über den Markt in ihrer Region, doch, seit das Bestellerprinzip in Kraft ist, nimmt kaum ein Makler einen Auftrag von potenziellen Mietern an. Denn das ist ein großes Risiko für den Makler,“ erklärt man beim Mieterverein. Das Gesetz sehe vor, dass der Mieter dem Makler nur dann eine Provision zahlen muss, wenn der aufgrund eines konkreten Auftrags für ihn tätig geworden ist. Werde eine Wohnung aber dann nicht vom Auftraggeber angemietet, sei sie gewissermaßen „verbrannt“. „Das heißt, sie steht dann im Datenbestand des Maklers, und er kann die Wohnung nicht noch einmal für nachfolgende Kunden anbieten“, so das Gesetz. Folglich dürfe er dann auch keine Provision verlangen. Also würden Makler diese Dienstleistung für Mieter lieber nicht anbieten.

Wie beeindruckt man den Vermieter bei der Besichtigung? "Der Mietinteressent sollte versuchen, sich in die Lage eines Vermieters hineinzuversetzen", rät Kaisers. „Der will pünktlich seine Miete haben, erwartet einen schonenden Umgang mit der Immobilie und ein gutes Auskommen mit den anderen Hausbewohnern“. Die Erfahrung zeige auch, dass der erste Eindruck zählt. „Aber man sollte beim ersten Termin auch nicht allzu forsch auftreten. Verhandlungen über Mietkaution oder Miethöhe sind hier nicht angebracht, vor allem wenn noch andere Bewerber in den Räumen sind. Ungeschickt sind auch das Hinterfragen der exakten Wohnungsgröße, das zentimetergenaue Nachmessen mit einem Zollstock oder die Anfertigung einer Fotodokumentation. Gegen ein paar Handyfotos der leeren Wohnung haben die meisten Vermieter aber nichts, wenn man vorher fragt", meint Kaisers.
Wichtig sei auch, bereits zum Besichtigungstermin alle notwendigen Unterlagen wie Personalausweis, Einkommensnachweise und Schufa-Eigenauskunft dabeizuhaben.