Sie verwenden einen veralteten Browser mit Sicherheitsschwachstellen und können daher diese Webseite nicht nutzen.

Hier erfahren Sie, wie einfach Sie Ihren Browser aktualisieren können.

08.12.17 - 12:27 Uhr

Wer haftet bei Eis und Schnee ?

So romantisch der Winter mit Eiszapfen und Neuschnee sein kann, so ungemütlich sind die Folgen für Hauseigentümer und Mieter. Ihnen stellen sich jetzt viele Fragen: Wer muss bei Schnee und Eis ran, Mieter oder Vermieter? Wer haftet, wenn Fußgänger auf glatten Gehwegen stürzen, herunterfallende Eisplatten Passanten verletzen, Wasserleitungen bei Dauerfrost platzen ? Dazu gibt jetzt der Mieterverein Hinweise.

„In Mehrfamilienhäusern kann der Mietvertrag vorsehen, dass nicht der Hauseigentümer, sondern die Mieter den Winterdienst erledigen müssen. Bei Glatteis ist es wichtiger, schnell zu streuen als den Schnee zu räumen. Viele Städte haben ihren Einwohnern verboten, Salz und Harnstoff auf den Gehwegen zu streuen. Umweltverträgliche Alternativen sind Splitt, Kalkstein, Sand und Quarz. Selbst wenn der Vermieter seine Pflichten auf den Mieter abwälzt, muss er kontrollieren, ob die Mieter den Winterdienst erledigen. Sonst haftet der Eigentümer unter Umständen bei Schäden“, erklärt der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers.
Die Städte und Gemeinden legen fest, wann und wie oft Bewohner zu Schaufel und Streugut greifen müssen. Früh aufstehen ist da unumgänglich: Winterdienst müssen Mieter und Hausbesitzer meist ab 7.00 Uhr leisten, an Sonn- und Feiertagen ab 8.00 Uhr, allerspätestens 9.00 Uhr. Streu- und Räumpflicht besteht bis 20.00 Uhr am Abend, je nach Wetter mehrmals am Tag. Die Bewohner müssen den Hauseingang, die Wege zu den Mülltonnen, den Garagen sowie die Gehwege vor dem Haus räumen und streuen. Die eis- und schneefreie Gasse sollte rund einen Meter breit sein, damit zwei Fußgänger aneinander vorbeigehen können. Die Besitzer von Kneipen, Restaurants und Kinos müssen bis in die späten Abendstunden vor ihren Geschäften streuen und räumen.
„Rutscht jemand aus, müssen sich Mieter und Eigentümer den Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüchen der Verunglückten stellen. In diesem Fall hilft eine private Haftpflicht respektive die Grundbesitzerhaftpflichtversicherung. Aufgepasst: Wer nicht räumt und lieber drinnen im Warmen bleibt, handelt „vorsätzlich“. Geschieht ein Unfall, verweigert die Versicherung die Zahlung,“ heißt es beim Mieterverein.
Berufstätige und Kranke sollten Nachbarn und Freunde bitten, den Winterdienst zu erledigen. Möglich sei auch, fremde Hilfskräfte gegen Bezahlung um Unterstützung zu bitten. Weder Krankheit, Urlaub noch besonders frühe Arbeitszeiten befreien Bewohner von der Aufgabe, die Wege eis- und schneefrei zu halten.
„Bilden sich große Eiszapfen an Dachrinnen und Vorsprüngen, informieren Mieter am besten sofort ihren Vermieter. Für Hausbesitzer ist es ratsam, gefährliche Eisgebilde rechtzeitig selbst abzuschlagen und notfalls von der Feuerwehr entfernen zu lassen, wenn die Zapfen schwer zugänglich sind. Abrutschende Schneemassen sind ebenfalls riskant. Geht eine Dachlawine ab und verletzt Passanten, kommt dafür in der Regel die private Haftpflichtversicherung des Eigentümers auf. Bei Mehrfamilienhäusern springt unter Umständen die Grundbesitzerhaftpflicht ein. Vorsicht: Fehlen vorgeschriebene Schneefanggitter am Dach, haftet der Hauseigentümer womöglich trotz seiner Versicherung“, so Kaisers.
Für den Fall, dass Bewohner für längere Zeit verreisen, sollten sie die Heizung in dem Haus oder in der Wohnung nicht ausstellen, sondern das Thermostat wenigstens auf Frostschutz stehen lassen. Stehe ein Gebäude über längere Zeit leer und würden  die Hausbewohner einen Raum über Wochen hinweg nicht nutzen, müsse der Eigentümer regelmäßig die Wasserrohre kontrollieren, um zu verhindern, dass Leitungen platzen. Andernfalls riskiere er, dass die Gebäudeversicherung den Schaden nicht übernimmt.
.