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24.11.17 - 18:33 Uhr

Tipps zur Frage, was beim Adventsschmuck außerhalb der Wohnung erlaubt ist

Es ist Adventszeit, wenn Wohnungsfenster wie bunte Reklame blinken und Rentiere die Vorgärten bevölkern. Doch was ist erlaubt, was bringt Ärger mit den Nachbarn ?

„Bei der Adventsdekoration gehen die Geschmäcker weit auseinander. Der eine verwandelt seine Wohnung in ein Weihnachtswunderland, der andere möchte Weihnachten weder sehen noch hören oder riechen. Außerhalb der eigenen vier Wände gelten beim Dekorieren darum Grenzen. Die Richtschnur lautet: Es darf den Nachbarn nicht stören, erläutert der Mieterverein. Maßstab sei unter anderem der ortsübliche Rahmen. Das heißt, Bewohner sollten sich an der Dekoration in ihrer Wohngegend orientieren, sagt der Mietervereinsvorsitzende, Stefan Kaisers. Er empfiehlt deshalb, eine größere oder leuchtende Außendeko im Zweifel immer mit den Nachbarn abzustimmen.
Eine kleine Orientierungshilfe:
Christbaum im Treppenhaus: Ein bunt behangener, kleiner Nadelbaum im Topf mag den tristen Aufgang aufhübschen. Er kann aber zum Problem werden. Das Treppenhaus muss frei zugänglich sein, mit der Ausschmückung dürfen keine Flucht- und Transportwege zugestellt werden. Im Zweifel haftet der Verursacher, wenn jemand über das Bäumchen stolpert. Treppenhäuser sind außerdem Gemeinschaftsräume. Beim Schmücken haben also die Nachbarn ein Wörtchen mitzureden und können im Zweifel auch das Entfernen jeglicher Dekoration fordern. Das zeigt etwa eine Entscheidung des Amtsgerichts Münster (Az.: 38 C1858/08).
Kranz an der Wohnungstür: Schön findet das längst nicht jeder, doch gegen Adventskränze an der Tür können Nachbarn nichts sagen. Das hat das Oberlandesgericht Düsseldorf entschieden (Az.: 25 T 500/89). Kleine Einschränkung: Gegenstände, die Brandgefahr bergen, haben im Treppenhaus nichts verloren, verlangt ein Urteil des Oberlandesgerichtes Münster (Az.: 10 B 304/09). Hierzu zählten etwa größere Tannenzweige.
Neonbeleuchtung am Küchenfenster: Das sanfte Licht eines traditionellen Schwibbogens genügt nicht jedem Weihnachtsfreund. So manchen versetzen erst grell blinkende LED-Lichtketten in die richtige Feststimmung. Das ist prinzipiell kein Problem, weder am Fenster noch auf dem Balkon. Allerdings gibt es Grenzen. Fenster von Nachbarn sollten nicht mit Lichtern angestrahlt oder ausgeleuchtet werden. Insbesondere gilt das für fremde Schlafzimmer. Nachbarn können in dem Fall verlangen, dass die Dekoration spätestens ab 22 Uhr ausgeschaltet wird, da sie den Schlaf stört. "Nächtliche Zwangsbeleuchtung muss niemand hinnehmen", betont Kaisers.  Leuchte der Adventsschmuck nicht direkt in andere Wohnungen hinein, sei das Gerichtsurteilen zufolge hingegen oft zumutbar.
Weihnachtsduft: Gerüche wie Nelke, Orange, Zimt wecken weihnachtliche Gefühle - oder sie lösen Streit aus, wenn man das Treppenhaus im Mietshaus mit einer Duftwolke vernebelt. So untersagte etwa das Oberlandesgericht Düsseldorf einem Mieter, im Hausflur "Stoffe zur Geruchsverbesserung" zu versprühen (Az.: 3 WX 98/03). Es ging um Parfüm und Geruchsspray.
Weihnachtsmann am Balkon: Das ist an sich kein Problem. Aber: "Wenn die Fassade beschädigt werden könnte, kann der Vermieter sein Veto einlegen", warnt der Mieterverein. Niemand dürfe von solchem Schmuck gestört werden. "Klar, ich kann nicht meinen Weihnachtsmann vor das Wohnzimmerfenster meines Nachbarn hängen." Zweiter wichtiger Punkt: Egal, ob es heftig schneit oder starker Wind weht - abstürzen darf ein am Seil hängender Weihnachtsmann nicht. Wer deshalb lieber das Seil mit Dübel und Schraube in der Außenwand fixiert, muss aber beim Vermieter um Erlaubnis fragen. Denn da wird schließlich in die bauliche Substanz eingegriffen, und das geht nur mit Genehmigung.
Rentiere im Garten: Bewohner von Einfamilienhäusern können sich theoretisch einen Weihnachtsmann samt Schlitten und einer Entourage an Rentieren als Figuren auf das Grundstück stellen. "Sind sie nicht zu groß, ist das in Ordnung", sagt Kaisers. Anderes gilt für Mieter und Mitglieder einer Eigentümergemeinschaft: Sie müssen sich mit dem Vermieter oder den anderen Eigentümern darüber abstimmen, ob der Vorgarten oder Balkon zum Festplatz werden kann.
Lieder für Passanten: Manche hören gern das "Stille Nacht, Heilige Nacht", andere bevorzugen das eher groovige "Jingle Bells". Große Enthusiasten spielen ihre Weihnachtslieder im Vorgarten, damit jeder vorbeikommende Passant sie hört. Hier gibt es natürlich zahlreiche Einschränkungen: Wer sich mit den Vorgaben genau auseinandersetzen will, liest in den Landesemissionsgesetzen nach, ob und wie laut Musik an der frischen Luft sein darf. Oder man erkundigt sich dazu bei seiner Kommune. Mittagsruhe, Nachtruhe und Hausordnungen setzen der Beschallung ebenfalls Grenzen. "Einfach so dudeln lassen kann man es nicht", sagt der Mietervereinsvorsitzende.