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10.11.17 - 12:39 Uhr

Mieterverein fordert vom Kreis mehr Geld für Wohnungsbau

Der Mieterverein hat die lange überfällige politische Initiative der Landrätin zur Schaffung von mehr bedarfsgerechtem preisgünstigem Wohnraum im Kreisgebiet begrüßt. Zwei Jahre hat es nun gedauert, bis der Bedarf an Wohnraum ermittelt, die „Gesellschaft Sozialer Wohnungsbau und Strukturförderung GmbH“ (SWS) gegründet und eine Wohnungsbau-Förderrichtlinie erstellt wurde. Nun kann es endlich losgehen.

Aber schon jetzt zeige sich, dass die Kritik an dem viel zu geringen Finanzvolumen der SWS berechtigt  sei. Bestenfalls 60 kleinere Wohnungen könnten mit dem knappen Startkapital von 1,2 Mio. Euro so gefördert werden, dass sozialverträgliche Mieten möglich werden. „Das Geld ist bereits verplant. Der Bedarf ist aber weit größer,“ erklärt der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers. Er verweist darauf, dass laut Wohnraumversorgungskonzept bis 2030 im Landkreis 5960 neue Wohnungen gebaut werden müssten, 2180 davon als Ersatzbedarf für wegfallenden Wohnraum. „Wenn man annimmt, dass zwanzig Prozent der Wohnungen mit öffentlicher Förderung errichtet werden, also rund 1200 Wohnungen, macht das die Größe der Aufgabe deutlich. Allein in der Stadt Lich stehen 165 Personen auf der Warteliste für eine kleine Wohnung, die auch bezahlbar ist.“ Der Mieterverein fordert deshalb, dass der Kreis und die Gesellschafter der SWS schon bald beim Kapital der SWS kräftig nachschießen, jährlich 2,5 Mio. Euro an Zuschüssen bereitstellen. Zum Vergleich: der Landkreis Main-Kinzig hat 12,5 Mio. Euro für den geförderten Wohnungsbau bereitgestellt. Nicht kleckern, klotzen muss jetzt die Devise sein! Angesichts des Haushaltsüberschusses des Landkreises ist auch Geld da.“
Auf Kritik stößt beim Mieterverein die Weigerung einiger Wohnungsbaugenossenschaften im Kreis, sich beim Bau von Sozialwohnungen beteiligen zu wollen. Kaisers: „Wer sich nur der Bestandspflege widmet, verkennt seine gesellschaftliche Verantwortung. Eine hohe  Gewinnausschüttung an die Genossen darf nicht das oberste Ziel sein. Schließlich enthält schon der Name der Genossenschaften die Verpflichtung zum Bauen.“