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27.10.17 - 12:28 Uhr

Brennholz wird langsam knapp und teuer - Kaminöfen sind längst ein Problem

„Trotz Fußbodenheizung und Elektroherd ist das echte Feuer im Wohnraum für viele Menschen unverzichtbar - sehr zur Freude von Kaminöfen-Herstellern. Wenn es im Herbst kälter wird, lassen es die Hobby-Heizer so richtig knacken. Das knisternde Bio-Holzfeuer im eleganten Kamin mag wohlige Wärme erzeugen und einem das angenehme Gefühl geben, naturnah zu leben - aber nur, solange man nicht über diese komplexen Zusammenhänge nachdenkt,“ erklärt der Mieterverein.

Problem Nummer 1: Der Rauch aus den privaten Kaminen ist teilweise schädlicher als der gesamte Straßenverkehr. Nach Berechnungen des Umweltbundesamtes liegen die Emissionen aller "Kleinfeuerungsanlagen" zeitweise über den Gesamtemissionen der Autos. Was im Wohnzimmer den Wohlfühlfaktor erhöht, trägt maßgeblich zur Überschreitung der Feinstaub-Grenzwerte bei. Zudem werden mit der Holzverbrennung viele weitere gefährliche Schadstoffe frei wie Ruß, Teer, Benzpyren, Dioxine oder Stickoxide.
Nummer 2: Mehr als 15 Millionen Feuerstellen und Holzheizanlagen gibt es bereits in Deutschland. Etwa jeder vierte Haushalt verheizt Scheitholz, Hackschnitzel oder Holzpellets. Doch wenn überall kräftig angefeuert wird, hat das Folgen für die Umwelt. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Menge des verfeuerten Holzes vervielfacht. Derzeit werden in Deutschland laut einer Studie der Universität Hamburg jährlich fast genauso viel Holz und Holzprodukte zur Erzeugung von Energie verbrannt (gut 70 Millionen Kubikmeter), wie laut Bundeswaldinventur im deutschen Wald geerntet wird (etwa 76 Millionen Kubikmeter).
„Eigentlich ist Holz das nachhaltigste Heizmaterial überhaupt, es regeneriert sich von selbst. Die Klimabilanz ist positiv, so lange weniger Holz verbraucht wird als nachwächst. Das positive Image welches Holz zweifelsohne hat, ist wegen dieses wenig sinnvollen Einsatz gefährdet“, erklärt der Deutsche Naturschutzbund (Nabu).
Weil das Holz aus heimischen Wäldern längst nicht mehr ausreicht, wird Brennholz aus Osteuropa importiert. Da die wenigsten Ofenbesitzer Wald besitzen, sind sie damit  auf Brennmaterial aus dem Handel angewiesen. Angesichts der Preisexplosion auf dem Holzmarkt achten die meisten Verbraucher aber eher auf den Cent als auf die ökologisch korrekte Herkunft des Brennholzes.
Für einen Schüttmeter trockenes Hartholz zahlt man aktuell gut 80 Euro. Billiger wird es, wenn man frisches Holz im Wald selbst abholt, klein sägt und dann lagert. Die Brennholzpreise sind in den vergangenen zehn Jahren zwar stark gestiegen, um 30 bis 90 Prozent. Da der Ölpreis starken Schwankungen unterliegt, auch wenn er zuletzt gefallen ist, bleibt Holz immer noch eine „attraktive Alternative“.
Selbst wenn das gesamte in Deutschland geerntete Holz ausschließlich verbrannt werden würde, rechnet man beim Nabu vor, würden damit nur vier Prozent des Gesamtenergieverbrauchs gedeckt. Das ist aber ein sehr geringer Beitrag zum Klimaschutz.