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24.10.17 - 20:03 Uhr

Die „Segnungen“ der neuen Stromzähler „Smart-Meter“

Alle Haushalte werden auf kurz oder lang mit den digitalen Stromzählern, „Smart-Meter“ genannt, ausgerüstet. „Denn nur mit den modernen Messinstrumenten könne man die Energiewende richtig umsetzen“, heißt es aus der Strombranche. Der Mieterverein hat dazu bereits zweimal kritisch Stellung bezogen.

Wie aber werden die meisten dieser „Hightech-Zähler“ bedient? Mit einer Tastatur, einer App, mit Sprachsteuerung? Nein, das erfolgt mit  Lichtmorsezeichen einer Taschenlampe. Ja, man hat richtig gelesen !
Wenn bald ein Techniker in Ihrem Keller z.B. den Stromzähler EDL21 installiert hat, können auch Sie den Fortschritt spüren. Und der geht laut Anweisung so: „Geben Sie dazu die Geheimzahl ein“, zum Beispiel die 3759: zweimal blinken, um den Lichtsensor aufzuwecken (eventuell nur einmal, falls Sie zuvor das Kellerlicht angemacht haben). Dreimal blinken und drei Sekunden warten, siebenmal blinken, warten, fünfmal blinken, warten, neunmal blinken. Fehler sind kein Problem, die Prozedur kann so oft wiederholt werden, bis die Batterie Ihrer Taschenlampe leer ist. Da sollte man schon einmal die Zweitlampe bereithalten.
Schon kann es losgehen. Um sich den Stromverbrauch der letzten sieben, 30 oder 365 Tage anzeigen zu lassen, muss man nur vier-, fünf- oder sechsmal blinken. Wenn man das Display auf null stellen will,  fünf Sekunden ununterbrochen anleuchten und dann  sich den Verbrauch anzeigen lassen, indem ein zweimaliges kurzes Blinken erfolgt. „Der Energiehunger einzelner Haushaltsgeräte lässt sich so natürlich nicht ermitteln, obwohl das eines der Argumente war, mit denen die Energiekonzerne den Smart-Meter-Irrsinn immer beworben haben“, erklärt man beim Mieterverein. Ansonsten sei der neue Zähler genauso nützlich wie der alte.
„Ein solcher unaufhaltsamer „Fortschritt“ hat selbstverständlich seinen Preis. Für den intelligenten neuen Stromzähler fallen zwanzig Euro jährlich an. Hinzu kommen noch die Kosten für etliche Batterien oder gleich eine neue Taschenlampe, falls die Birne versagt. Da ist es tröstlich, dass man nicht vor Bedienung des neuen Smart-Meters erst einen Volkshochschulkurs „Morsealphabet für Anfänger“  absolvieren muss“, meint der Mietervereinsvorsitzende, Stefan Kaisers.