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06.08.17 - 09:54 Uhr

Endlich Turbogang beim geförderten Wohnungsbau einlegen

Dass die Zahl der Sozialwohnungen in Hessen weiter abnimmt, kann man auch in Gießen feststellen. Hatte die Wohnbau noch 1998 4200 preisgebundene Wohnungen, so sind es heute gerade noch 1900. Im Jahr 2016 gab es in Hessen nur noch 93.207 Sozialwohnungen.

Damit sind im vergangenen Jahr wiederum mehr als 7.000 Wohnungen mehr aus der Bindung herausgefallen, viel mehr als dazugekommen sind.


Mithin hat sich die Zahl der Sozialwohnungen in Hessen in den vergangenen 25 Jahren mehr als halbiert. Dies ist ein Negativrekord. 1991 gab es in Hessen noch knapp 206.000 Sozialwohnungen. „Diese Zahlen sind katastrophal und besorgniserregend“, so der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers. „Das Land muss endlich in die Gänge kommen und prüfen, welche seiner Liegenschaften es zur Verfügung stellen kann und zu welchen Konditionen. Darüber hinaus müssten - wie in den 60er und 70er Jahren – von der Landesregierung endlich größere Geldsummen in die Hand genommen werden, um die Städte und Gemeinden bei der Baulandgewinnung und beim Wohnungsbau zu unterstützen.“
Zwar seien im vergangenen Jahr mehr als 30.000 Neubauwohnungen zum bisherigen Wohnungsbestand dazugekommen, allerdings gab es auch knapp 14.000 Abgänge wegen Umbaus oder Abrisses. Von den neu entstandenen Wohnungen sei jedoch nur der aller geringste Teil sozial gefördert. „Die meisten der übriggebliebenen 20.000 Wohnungen sind im hochpreisigen Segment gebaut worden. Das hilft aber den Beziehern von mittleren und niedrigen Einkommen nicht weiter. Hier gibt es jedoch die meisten Wohnungssuchenden. Der Mieterverein verlangt daher von der Hessischen Landesregierung, die Unterstützungen der Städte und Gemeinden in finanzieller und auch sonst jeglicher Weise sofort deutlich zu erhöhen und insbesondere die Wohnungsgesellschaften des Landes und der Kommunen noch intensiver zu unterstützen. Nur so kann die Wohnungskrise mittelfristig abgestellt werden.“