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22.07.17 - 09:48 Uhr

Wohngeld – die zwei Seiten einer Medaille

Die Zahl der Haushalte auch Landkreis sinkt, die Wohngeld erhalten, um damit ihre Mietausgaben decken zu können. Nach derzeitiger Rechtslage werden die Höhe und die Wirkung des Wohngeldes alle zwei Jahre überprüft. Das reicht nicht aus.

Stattdessen müssten die Wohngeldleistungen automatisch alle zwei Jahre angepasst werden. Und bei der Festlegung der Höchstbeträge müssen alle Mieten berücksichtigt werden, nicht nur die der Wohngeldempfänger,“ verlangt der Mieterverein.

„Bei seiner Einführung galt das Wohngeld „als neutrales Instrument der sozialen Absicherung einer marktwirtschaftlichen Wohnungspolitik“. Beziehern geringer Einkommen oberhalb des Sozialhilfeniveaus und kleiner Renten sollte geholfen werden, damit sie ihre Mieten bezahlen können, indem sie einen staatlichen Zuschuss bekommen. Den beantragt aber leider ein Großteil der Berechtigten noch nicht einmal, oft aus Unwissenheit,“ sagt der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers.
Bei der Antragstellung seien vier Komponenten von Bedeutung: die Haushaltsgröße, das Haushaltseinkommen, das örtliche Mietniveau und die Miethöhe. Die Entwicklung auf den Wohnungsmärkten führe nun dazu, dass immer weniger wohngeldberechtigte Haushalte immer weniger Wohngeld bekommen. „Die verlangten Marktmieten liegen heute vielfach über den zulässigen Mietobergrenzen, sodass Bedürftige für einen beträchtlichen Teil ihrer Miete keinen Zuschuss bekommen. Und bei Wohnungsknappheit treibt das Wohngeld auch die Mieten in die Höhe, denn der Zuschuss steigert die Mieterkaufkraft und das wird sofort zum Treibmittel für die Mieten“, erklärt man beim Mieterverein.
Zudem generiere das Wohngeld nicht die Errichtung dringend benötigter neuer Wohnungen. Es rege die Privatinvestoren nicht zum Neubau an, da es nicht die Kluft zwischen den Renditeerwartungen des Kapitalgebers und der geringen Zahlungsfähigkeit des Wohngeldbeziehers überbrückt.
„So bleibt das Dilemma, dass ein angemessenes Wohngeld einerseits für seine Empfänger notwendig ist und andererseits preistreibend, also auch die Vermieter subventioniert“, resumiert Kaisers.