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06.09.17 - 09:41 Uhr

Mieterverein warnt: Fehlentwicklungen auf dem Immobilienmarkt

Der Bau von Kleinstwohnungen dürfte in Gießen längst am Bedarf vorbeigehen. Denn auch hier haben Bauinvestoren viele sogenannte „Mikroapartments“ errichtet.

Das sind etwa 25 qm große Single-Wohnungen, oft voll eingerichtet, mit Bad, Küchenzeile, Tisch und Stühlen, aber ohne Parkett und Schnickschnack. Sie werden meistens in der gehobenen Preisklasse von 10-12 Euro/qm und mehr vermietet. Zielgruppe: vor allem Studenten. Dabei können sich viele Studenten solche Mikro-Wohnungen gar nicht erlauben. Darauf weist der Mieterverein hin.
Nach einer Studie des  Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) würden mittlerweile viel zu viele solcher Apartments gebaut. Vor allem langfristig lohne sich der Bau nicht mehr, da die Zahl der jungen Menschen zwischen 18 und 25 Jahren bis 2030 deutlich zurückgeht und damit die Studentenzahl um bis zu 10 Prozent sinken wird. Das drückt die Mietpreise für solche Mikroapartments und wirft die Frage auf, wer außer der kleinen Zielgruppe künftig in solchen Kleinwohnungen wohnen soll. „Es fehlt auf dem Gießener Wohnungsmarkt vor allem an Zwei- und Dreizimmerwohnungen, zumal  im preisgünstigen Bereich“, sagt der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers. „Doch sind Bauplätze knapp“.  
Während innerstädtische Wohnungen fehlen, werde auf dem Land zu viel gebaut. Zum Teil seien dort doppelt so viele Einfamilienhäuser entstanden wie benötigt. Dies sei der Leerstand der Zukunft, so die Studie. Perspektivisch gesehen werde es dazu kommen, dass die Grundstückspreise wieder fallen. Lediglich in den Gemeinden, die im Nahbereich der Pendlerstädte lägen, sei noch ein Bedarf für neue Einfamilienhäuser.