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22.09.17 - 09:38 Uhr

Umsetzung des Wohnraumversorgungskonzeptes stagniert

Die Vorschläge des Wohnraumversorgungskonzeptes vom Oktober 2016 werden vom Magistrat nur schleppend umgesetzt, beklagt der Mieterverein.

“Mit der Einrichtung einer “Fachstelle für Wohnungsnotfälle” geht es nicht voran. Vorbild ist Wetzlar mit seiner seit vielen Jahren gut funktionierenden "Wohnhilfestelle". Ziel des Vorhabens ist es, auch in Gießen, Obdachlosigkeit präventiv zu verhindern und “städtische Unterkünfte  für Obdachlose auflösen zu können, weil schnell und effizient Hilfe bei einer Wohnungskündigung und -räumung geleistet wird” heißt es in den Handlungsempfehlungen des Wohnraumversorgungskonzeptes an die Stadt. Bislang zeichnet sich nicht ab, dass der Magistrat mit den Sozialträgern über die Bündelung der zur Bearbeitung von Wohnungsnotfällen erforderlichen Leistungen, Kompetenzen und personellen Ressourcen verhandelt, um zu einem solchen Ergebnis zu kommen. Der Mieterverein mahnt dies an und erklärt dazu: “Das Wohnraumversorgungskonzept wurde nicht mit viel Aufwand und Geld ( fast 100.000 Euro) erstellt, damit es in der Ablage B im Rathaus verschwindet.”
Im Meinungsaustausch mit den Gießener Sozialverbänden habe der Mieterverein erfahren, dass es ihnen bei der geplanten Fachstelle auch darum geht, nicht nur den Blick auf die Menschen zu richten, die tatsächlich auf der Straße leben, sondern auch auf den Wohnbedarf derjenigen,  die notdürftig (vorübergehend) untergekommen sind. Sie haben also ein „Obdach“, finden aber keine Wohnung. Dazu zählen zum Beispiel Mütter mit Kindern, die  in nur einem Zimmer bei Freunden oder den Eltern leben. Weiter gibt es diejenigen, die kurz vor der Räumung stehen bzw. völlig beengt leben oder in unhaltbaren Zuständen, z.B: in einer „Schimmelwohnung“.

Die geplante Fachstelle sollte diese Menschen zentral an einer Stelle erfassen, um den tatsächlichen Ist-Zustand an bestehenden „Notfällen“ zu ermitteln. Von dieser Stelle ist dann auch die Hilfe zu organisieren, z.B. dass die Betroffenen von dort direkt an die Wohnungsbaugesellschaften gemeldet werden. Und bei denen muss klar sein:  wenn eine Meldung von der Fachstelle kommt, „brennt es“ und es muss so schnell wie möglich Abhilfe geschaffen werden.

Menschen, die hier gemeint sind, haben oft genug wegen “Vermittlungshemmnissen“  (z.B. Migrationshintergrund, Alleinerziehendenstatus, psychische Probleme, Schulden…..), wie es im Amtsdeutsch des Jobcenters heißt, keine Chance auf dem freien Wohnungsmarkt in Gießen eine Wohnung zu finden. Auch die Bewohner des Männerwohnheims „Falkweg“ oder der „Oase“, die dort leben müssen, weil sie keine Wohnung finden, sind von der Fachstelle statistisch zu erfassen.