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21.07.17 - 17:37 Uhr

Neuregelung der Mindestqualifikation für Immobilienverwalter unzureichend

Seit Jahren kämpfen Branchenverbände und Verbraucherorganisationen wie der Mieterbund dafür, dass die Anforderungen an die berufliche Qualifikation von Hausverwaltern und Immobilienmaklern strenger geregelt werden. Ihre Forderung: Beschäftigte ohne entsprechende Ausbildung sollen eine Prüfung ablegen.

“Doch die Regierungsparteien einigten sich nur auf eine Minimallösung: eine sogenannte “Erlaubnispflicht” für Verwalter: Wer den Beruf ausüben will, muss in Zukunft Zuverlässigkeit, geordnete Vermögensverhältnisse und eine Berufshaftpflichtversicherung nachweisen. Außerdem müssen sich die Verwalter regelmäßig fortbilden, und zwar mindestens 20 Stunden innerhalb von drei Jahren. Wer das nicht macht, muss mit einem Bußgeld rechnen. Bestimmte Berufsgruppen wie etwa staatlich anerkannte Immobilienkaufleute sind in den ersten drei Jahren wohl von dieser Pflicht befreit. Die Details dazu wird aber eine Rechtsverordnung festlegen. Das Gesetz tritt dann wahrscheinlich 2018 in Kraft,” erklärt man beim Mieterverein.
Mieter- und Verbraucherschützer sind enttäuscht. "Neben einer Versicherungspflicht war der Sachkundenachweis wichtigster neuer Regelungsinhalt", lautet die Kritik. Auch die Branche sei mit den neuen Regeln nicht zufrieden. Das Ergebnis sei enttäuschend, so der BVI-Bundesfachverband für Immobilienverwalter. "Die jetzt gegossene Gesetzesform ist hohl. In den meisten europäischen Ländern werden an den Maklerberuf hohe Anforderungen gestellt,” urteilt Thomas Meier, Präsident des Fachverbandes.  

Eine ausreichende Qualifikation werde immer wichtiger, denn die Immobilienbranche befindet sich im Umbruch. Nicht nur die Digitalisierung und der demografische Wandel verändern die Arbeit, sondern auch der Gesetzgeber. “Die Anforderungen an die Verwalter wurden und werden sukzessive hochgeschraubt. Ob Trinkwasserverordnung, neue Abrechnungsvorschriften oder die Dokumentationen für den Mindestlohn - die Aufgaben sind gewachsen. Wir sehen es oft, dass Betriebskostenabrechnungen für Mieter, von professionellen Verwaltern erstellt, fehlerhaft sind,” so der Mieterverein.
Etwa 25 Millionen Euro Schaden entstünden in dem Bereich durch unprofessionelle und fehlerhafte Immobilienverwaltung, so der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV). Während ein WEG-Verwalter das gemeinschaftliche Eigentum einer Wohnungseigentümergemeinschaft betreut, kümmert sich ein Mietverwalter generell um die Verwaltung von Mietobjekten, und zwar im Auftrag des Eigentümers.  Der DDIV und der Deutsche Mieterbund kommen nach Umfragen auf Schäden von allein 120 Millionen Euro pro Jahr - verursacht von Mietverwaltern.