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05.04.17 - 12:49 Uhr

„WBS-Residenz“ löst studentischen Wohnungsmangel nicht

„Ob das ehemalige Studentenwohnheim im Anneröder Weg 58, das zu einem Luxusquartier umgebaut wurde, einen Beitrag zur Lösung der studentischen Wohnungsnot leisten kann, muss man stark bezweifeln,“ meint der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers.

„Bei Zimmerpreisen von 399,- Euro Kaltmiete (d.h. 15,64 Euro/qm) und bei den Penthouse-Appartments 750,- Euro (21,40 Euro/qm für 35qm Wohnfläche) übersteigen die Wohnkosten die Budgets der meisten Studenten erheblich - außer, man ist von Beruf Sohn oder Tochter. Bezieher von Bafög-Leistungen können von solchen Zimmern jedenfalls nur träumen“, so Kaisers. „Die Vergrößerung des Wohnungsangebotes ist gut, aber bei den teuren Wohnungen herrscht kein Mangel in Gießen“.

Die Zahl der Studierenden in Deutschland ganz allgemein und in Gießen speziell sei in den letzten 10 Jahren stetig gestiegen. Hingegen seien die Bemühungen des Landes Hessen, für diesen Personenkreis ein ausreichendes und bezahlbares Wohnraumangebot zu schaffen, weiterhin ungenügend. Hessen liege in Ranking der Bundesländer bei den Wohnheimplätzen bezogen auf die Zahl der Studenten auf einem der hinteren Plätze. Die Unterbringungsquote beträgt nur 7,32 Prozent.

„Weil es viel zu wenig Plätze in Studentenheimen gibt, müssen sich die Studierenden darum bemühen, auf dem ohnehin angespannten Wohnungsmarkt der Stadt eine Bleibe zu finden. Das ist schwierig genug und verschärft das Versorgungsproblem weiter. Viele weichen deshalb notgedrungen in Umlandgemeinden aus. Aber der Pendelverkehr in die Stadt löst neue Probleme aus.