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27.03.17 - 12:44 Uhr

Viele ehemalige Heimkinder werden obdachlos

In Deutschland sind rund 37.000 junge Menschen ohne festen Wohnsitz – ungefähr zwei Drittel Jungen, ein Drittel Mädchen. Circa 20 Prozent sind minderjährig. Darauf weist der Mieterverein hin und nimmt Bezug auf eine aktuelle Studie des Deutschen Jugendinstitutes.



Zu den 37.000 jungen Menschen zählen alle, die nicht älter als 26 Jahre und entweder obdach- oder wohnungslos sind, also keinen festen Wohnsitz haben oder sich für unbestimmte Zeit nicht an ihrem gemeldeten Wohnsitz aufhalten. Es handelt sich dabei nicht nur um Jugendliche, die ausschließlich auf der Straße leben und schlafen, sondern auch diejenigen, die beispielsweise bei Freunden oder in Notunterkünften unterkommen. Diese Definition von „Straßenjugendlichen“ basiere auf einer Befragung von rund 300 obdach- oder wohnungslosen jungen Menschen in Berlin, Hamburg und Köln aus dem Jahr 2015/2016.

Nach den Erfahrungen der Straßensozialarbeiter der Organistaion „Off Road Kids“ in den Städten Berlin, Dortmund, Hamburg und Köln zeigt sich, dass nahezu alle obdachlosen jungen Volljährigen zuvor in betreuten Jugendhilfemaßnahmen waren. Der Sprung in ein geregeltes Leben missglückt bei Heimkindern aufgrund der viel zu frühen Verselbständigung mit 18 Jahren.

Insbesondere Heimkinder scheitern nach dem 18. Geburtstag reihenweise, da die überschuldeten  Kommunen das Kinder- und Jugendhilfegesetz bei jungen Volljährigen, darunter auch unbegleitete Flüchtlinge, nicht im notwendigen Umfang finanzieren und die Betreuungsmaßnahmen erheblich zu früh abbrechen oder reduzieren. Diese jungen Menschen landen reihenweise als "Sofahopper" in verdeckter oder im schlimmen Schicksal der offenen Obdachlosigkeit, aus der sich nur wenige befreien können..