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13.02.17 - 11:34 Uhr

Mieten steigen in Gießen deutlich an

Trotz reger Neubautätigkeit in Gießen steigen die Wohnungsmieten weiter deutlich an.

Wenn die grüne Bürgermeisterin Weigel-Greilich noch im letzten Oktober auf der örtlichen Immobilienmesse kundtat, in Gießen gebe es ein 25-30%iges niedrigpreisiges Wohnungssegment und der Wohnungsmarkt sei deshalb „ausgewogen“, zeigt das, wie realitätsfern die Dezernentin ist, die lange Jahre für die Stadtplanung zuständig gewesen ist,“ kritisiert der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers.

„Sowohl bei den Bestandsmieten hat eine Mietpreiswelle die Stadt erfasst, wie wir aus den Rechtsberatungen wissen, als auch bei der Neuvermietung zeigt sich das, so Kaisers. „In kaum einer anderen Stadt Hessens stiegen die Mieten in der letzten Zeit schneller als in Gießen. Ebenso wie viele private Vermieter drehen die städtische Wohnbau ebenso wie  Vonovia SE oder die Zinshaus AG fleißig an der Mietpreisschraube und nutzen die Spielräume, die sich ihnen bieten mehr oder weniger stark.“

Ziehe man die einschlägigen Internet-Portale und Wohnungsannoncen für die Angebotsmieten heran, zeige sich, dass der Mietanstieg bei den Kleinwohnungen  bis 30qm am stärksten ist: vom Jahr 2013 : 9,72 Euro/qm bis zum Jahr 2016 auf : 11,12 Euro/qm , z.T. bis 15 Euro/qm. Bei der Wohnungsgröße von 60qm betrug der Anstieg in diesem Zeitraum 0,80 Euro/qm auf 8,81Euro/qm, während bei 100qm-Wohnungen eine Steigerung in drei Jahren von 1,96 Euro/qm, d.h. 27,6% , auf 9,04 Euro festzustellen ist. Bei allen Zahlen handelt es sich um die Netto-Kaltmiete, d.h. die Betriebskosten von 2-3 Euro/qm kommen noch hinzu.

„Die starke Nachfrage aufgrund des ungebremsten Zuzuges in die Stadt treibt die Preise. Und da es immer weniger preisgünstige Sozialwohnungen gibt, von denen in früheren Jahren eine preisdämpfende Wirkung auf das allgemeine Mietniveau ausging, ist der Trend ungebrochen“, erklärt man bei Mieterverein. Es sei ein Fehler der Hessischen Landesregierung gewesen, die Mietpreisbremse für die Neuvermietung von Wohnungen in Gießen nicht gelten zu lassen. „Da die vom Magistrat leider viel zu spät geplanten neuen öffentlich geförderten Wohnungen erst in frühestens 2-3 Jahren auf den Markt kommen werden, wird es für vor allem für Menschen mit kleinem und auch schon mittlerem Einkommen immer schwieriger, in der Stadt eine Wohnung zu finden. Da ist vorläufig kein Licht am Ende des Tunnels zu erkennen. Die Wohnkostenbelastung vieler Mieterhaushalte, die sich schon jetzt auf Rekordniveau befindet, wird weiter steigen“, prognostiziert man beim Mieterverein.