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07.02.17 - 17:30 Uhr

Hygro-Thermometer helfen im Kampf gegen Schimmelpilze

Hygro-Thermometer sind eine wertvolle Hilfe im Kampf gegen Schimmelpilze. Denn sie zeigen an, wann Lüften erforderlich ist. Gute Geräte müssen dabei nicht teuer sein. Darauf macht der Mieterverein aufmerksam.

„Schimmel ist eklig - und doch lädt mancher den Pilz quasi ein, sich im Winter bei ihm zu Hause breitzumachen. Denn mit zu hoher Luftfeuchtigkeit und zu niedriger Temperatur im Zimmer bietet man den schwarzen Geflechten perfekte Wachstumsbedingungen. Dabei ist die Kontrolle der Luftfeuchtigkeit und er Temperatur relativ einfach: Hygro-Thermometer sind kleine Geräte, die die Luftfeuchtigkeits- und Temperaturwerte in der Wohnung essen und überwachen,“ sagt der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers. Er verweist  auf den Bundesverband Schimmelpilzsanierung (BSS) in Düsseldorf, der einige Geräte ein Jahr lang getestet habe. Die Ergebnisse seien zum Teil eine Überraschung: Zu den Testsiegern gehören Geräte für unter zehn Euro. Und selbst das schlechteste digitale Hygrometer aus dem Test sei für den Hausbereich immer noch gut genug.
Die Luftfeuchtigkeit im Haus sollte nach Expertenansicht zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Fachleute empfehlen immer, im Winter bei geringen Außentemperaturen weniger als 50 Prozent Luftfeuchte einzuhalten - 40 Prozent seien besser.
Abweichende Werte auf einem Hygrometer von 10 bis 17 Prozent würden einen deutlichen Unterschied machen. Zumal die von draußen durchs Lüften ins Haus geholte frische Luft bei Außentemperaturen von unter 10 Grad noch etwa 30 bis 35 Prozent Luftfeuchtigkeit habe. Das Schimmelproblem sei nicht nur ein Winterthema. Die Sporen von Schimmelpilzen befänden sich immer und überall in der Luft. Aber um wirklich gut wachsen zu können, bräuchten sie Feuchtigkeit - jedoch nicht unbedingt kondensiertes Wasser in Tropfenform. Dem Schimmel reiche dauerhaft eine hohe Luftfeuchtigkeit von mehr als 80 Prozent, was sich bei geschlossenem Fenster im Winter leicht an den Wänden aufstaut.
Schimmelexperten erklären : „Die Luftfeuchtigkeit ist nicht an jeder Stelle in einem Zimmer gleich hoch. Wenn in der Raummitte 24 Grad und eine relative Luftfeuchte von 60 Prozent herrschen, dann sind das an den kalten Außenwänden des Zimmers 20 Grad und eine höhere Luftfeuchte.“ Deshalb raten sie dazu, Hygro-Thermometer in der Raummitte aufzustellen, da man hier die beste Relevanz habe. Grund für die Unterschiede sei die Bewegung der Luft, wenn es im Freien kälter ist als im Gebäudeinneren - dafür braucht es nicht mal Minusgrade. Es reiche schon eine Differenz zwischen Innen- und Außentemperatur von zehn Grad. Ströme dann die aufgeheizte Luft im Zimmer wie durch ein Sieb durch die Außenwand oder gar durch ein Wärmeleck ins Freie, setze sie aufgrund des Temperaturgefälles ihre Feuchtigkeit in Wandnähe ab. Denn in der Kälte könne sie weniger Feuchtigkeit mit sich tragen. Wie stark die warme Luft durch die Wand entweichen kann, hänge vom Baustoff ab.
„Wird die aufgestaute Luftfeuchtigkeit an der Wand dann über längere Zeit nicht gut weggelüftet, kann Schimmel wachsen. Im Winter sieht man das vor allem gut an den oberen Zimmerecken, wo sich die Luft trotz Lüftens grundsätzlich eher staut“, erklärt man beim Mieterverein und fügt hinzu:  „Panik muss man aber wegen leicht überschrittener Luftfeuchtigkeits- werte nicht gleich haben: Die Fachwelt geht davon aus, dass Schimmel zum Wachsen 80 Prozent Luftfeuchtigkeit über sechs Tage bei täglich sechs Stunden braucht. Wer jedoch dauerhaft zu wenig lüftet, riskiert den Schimmelbefall. Das Hygro-Thermometer kann grundsätzlich bei der Einschätzung helfen, wann das Lüften zwischendurch sinnvoll ist. Nach und nach entwickelt man ein Gefühl dafür, wann man lüften muss. Und man tut  sich damit auch selbst etwas Gutes, denn bei einer relativen Luftfeuchte zwischen 45 und 60 Prozent fühlen wir Menschen uns wohler als bei zu feuchter oder zu trockener Raumluft.“