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07.11.16 - 11:44 Uhr

Wohnraumversorgungskonzept muss zur Richtschnur der Wohnungspolitik werden

Im Stadtparlament wurde nun doch das Wohnraumversorgungskonzept beschlossen, obwohl es berechtigte Einwände zu den Grunddaten bei der Bevölkerungsentwicklung in Gießen gegeben hat.

„Der Mieterverein teilt die öffentlich vorgebrachten Bedenken des Vereins „Lebenswertes Gießen“ zu den Annahmen und hat auf etliche Widersprüche und Fehler im Datengerüst schon während der Beratungen des Papiers hingewiesen. Leider wurde dem in der Endfassung nicht Rechnung getragen. Die falsche Euphorie über noch mehr Einwohnerzuwachs und die Träume von der Großstadt vernebeln im Rathaus den Blick auf die aktuellen Probleme bei der Wohnraumversorgung der Stadt, die einen solchen Zuwachs an Neubürgern aus verschiedenen Gründen gar nicht verkraften würde, sagt der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers.

Nun dürfe die „Verabschiedung“ des Wohnraumversorgungskonzeptes nicht dazu führen, dass es in die Schublade wandere und dort verstaube. Dafür seien die zahlreichen gewonnenen Erkenntnisse und die Analyse der Fakten auf dem heimischen Wohnungsmarkt viel zu wichtig. „Entscheidend und für manche Magistratsmitglieder sicher nicht so angenehm ist das Kapitel mit den konkreten Handlungsanweisungen für die Stadtpolitik. Dort wird vor allem der stark venachlässigte Neubau von bedarfsgerechten und bezahlbaren Wohnungen in der Größenordnung von 100-150 Einheiten in den nächsten 15 Jahren gefordert, ferner eine Sozialquote für den geförderten Wohnungsbau auf Neubauflächen angeregt, um die soziale Mischung der Quartiere zu sichern. Und es werden viele weitere wichtige und nützliche Anregungen gegeben. Der Mieterverein fühlt sich mit diesen Vorschlägen bestätigt, weil er sie in den letzten Jahren selber schon wiederholt öffentlich vorgetragen hat“, so Kaisers.

Beim Mieterverein werde man aufmerksam beobachten, wie der Magistrat mit dem Konzept umgeht, welche Schlüsse er daraus zieht und was zügig davon in konkrete Wohnungspolitik umgesetzt wird. „Der Wohnungsmangel ist weiter das drängende soziale Problem in Gießen und die bisherige investorenfreundliche Baupolitik hat lediglich das Entstehen hochpreisiger Wohnungen bewirkt. Die 400 geplanten öffentlich geförderten Wohnungen sind da ein richtiger Schritt. Damit würde man die bisherige Missachtung der sozialen Symmetrie korrigieren. Das ist auch dringend notwenig“, fordert der Vereinsvorsitzende.