Sie verwenden einen veralteten Browser mit Sicherheitsschwachstellen und können daher diese Webseite nicht nutzen.

Hier erfahren Sie, wie einfach Sie Ihren Browser aktualisieren können.

20.10.16 - 11:30 Uhr

„Landrätin zäumte das Pferd von hinten auf !“

Die Initiative des Landrätin aus dem Jahre 2015 zum Bau von mehr Wohnungen für Menschen mit kleineren Einkommen ist richtig. Aber wir werfen Frau Schneider ein falsches methodisches Vorgehen vor, was der Grund dafür ist, dass ihr Vorhaben nicht von der Stelle kommt“, lautet die Kritik des Mietervereins.

„Die jetzt vom Kreisausschuss beschlossene Erstellung eines Wohnraumversorgungskonzeptes mit einer gründlichen Datenerhebung des vorhandenen Wohnungsbestandes und der Nachfrageseite hätte ganz am Anfang stehen müssen. Der Kreis wäre deshalb gut beraten gewesen, dem Vorschlag der Stadt Gießen zu folgen, ein gemeinsames Versorgungskonzept zu erstellen. Das tat er aber nicht. Erst im Lichte der Zahlen über die differenzierte Wohnungsmarktlage wäre eine Maßnahme wie die Gründung eines „Wohnungszweckverbandes“ sinnvoll“, sagt der Vorsitzende des Vereins, Stefan Kaisers.

Es sei unbestreitbar, dass der Landkreis einen erheblichen Nachholbedarf habe, was das Angebot an niedrigpreisigem Wohnraum anlangt. Es gebe in den Kreiskommunen kaum Sozialwohnungen und was an Neubauten entstehe, sei überwiegend hochpreisig und hochwertig. Deshalb wollten auch so viele Menschen aus dem Kreis in die Stadt Gießen ziehen, weil sie sich dort bessere Chancen auf eine bezahlbare Wohnung ausrechnen. Aber der dortige Sozialwohnungsbestand reiche bei weitem nicht aus, die Wünsche aller Wohnungssuchenden zu befriedigen. Der Kreis könne die Probleme nicht der Stadt zuschieben.

Der Mieterverein bedauert, dass wertvolle Zeit vergangen ist, ohne dass sich im Kreis etwas zum Besseren bewegt hat. Dabei ist das Problem drängend, denn immer mehr Menschen suchen eine preisgünstige Bleibe.  
 
Nurmehr ärgerlich ist die Äußerung der Landrätin, neue Sozialwohnungen seien für die Bezieher von Hartz4-Leistungen gar nicht gedacht. "Das geht gar nicht", so Frau Schneider.

"Für wen sonst als für die finanziell Schwächsten werden denn Sozialwohnungen gebaut ?" fragt der Mietervereinsvorsitzende. "Wenn solche Wohnungen für die Transfer-Leistungsbezieher nicht mehr anmietbar sind, hat das seinen Grund in den unzureichenden Kosten der Unterkunft (KdU), für die der Kreis die Verantwortung trägt."