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26.09.16 - 15:59 Uhr

Mieterverein weist auf das Modell „Wohnen zur Mithilfe“ hin

Das neue Studiensemester steht vor der Türe und wieder sind hunderte Studenten auch in Gießen auf der Suche nach einer preisgünstigen Bleibe. Das fällt auf dem engen Wohnungsmarkt immer schwerer.

Die Zahl der Städte in Deutschland mit einem angespannten studentischen Wohnungsmarkt wurde von Fachleuten mit 39 beziffert. Inzwischen dürfte sich die Situation weiter verschärft haben. Und für Zimmer in kirchlichen oder städtischen Wohnheimen gibt es lange Wartelisten.
„Deshalb ist das Modell "Wohnen für Hilfe" für manche Studenten zu einer attraktiven Alternative geworden“. Darauf macht jetzt der Mieterverein aufmerksam. „Das Prinzip ist einfach: Privatpersonen stellen Studenten für eine reduzierte Miete oder kostenlos ein Zimmer. Im Gegenzug helfen diese ihnen im Alltag. Als Faustregel gilt : eine Stunde Arbeit im Monat pro Quadratmeter Wohnfläche. Die Nebenkosten zahlt meistens der Untermieter. Studenten gehen mit dem Hund Gassi, tragen Einkaufstaschen, machen mit den Kindern Hausaufgaben. Manchmal geht es auch darum, jemandem Gesellschaft zu leisten, ihn zu begleiten oder bei der Nutzung von technischen Geräten zu unterstützen. Pflegearbeit ist ausgeschlossen.“
Die Idee stamme aus den Neunzigerjahren. Am Anfang sei das Projekt "Wohnen für Hilfe" nur als Unterstützung für Senioren gedacht gewesen, doch dann habe das Interesse von Familien oder Alleinstehenden oder Behinderten zugenommen. Die Träger unterscheiden sich von Stadt zu Stadt. In Gießen bietet das Studentenwerk das Modell unter dem Titel „Wohnen für Mithilfe“ an.
Dort heißt es :“Unsere Webseite ermöglicht es Ihnen, sich über die Besonderheiten von Wohnpartnerschaften zu informieren, die geeignete Wohnpartnerin oder den geeigneten Wohnpartner für sich zu finden, kennen zu lernen und eine Wohnpartnerschaft zu beginnen. Damit dies möglich wird, haben wir für Sie hier eine Wohnpartnerbörse eingerichtet. Hier können Sie als Vermieterinnen oder Vermieter Wohnraum anbieten. Daraufhin können Studierende mit Ihnen in Kontakt treten.“
„Hintergrund ist: Senioren wohnen nicht selten in großen Wohnungen, es mangelt ihnen aber an Gesellschaft und Unterstützung im Alltag. Mit „Wohnen für Mithilfe“ kann man die Probleme beider Seiten lösen. Verständnis und Austausch zwischen den Generationen stehen hier im Vordergrund. Austausch und Kommunikation sind ganz wichtig, das haben ältere Menschen oft nicht gelernt, da brauchen sie Unterstützung. Generationsübergreifende Wohnpartnerschaften sind für Studenten und Senioren eine gute Alternative“, meint der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers.