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04.09.16 - 18:52 Uhr

Mietervereinsvorsitzender auf dem Hess. Mietertag wieder in den Landesverbandsvorstand gewählt

Auf dem 37. Hessischen Mietertag in Kassel wurde der Vorsitzende des Gießener Mietervereins, Stefan Kaisers, wieder in den Landesvorstand seiner Organisation gewählt. 
Nach Grußworten des  Kasseler Oberbürgermeisters Bertram Hilgen, der hessischen Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Priska Hinz und Dr. Willi Hilfer, dem Vorsitzenden des örtlichen Mietervereins, dem Mieterbund Nordhessen e.V., der in diesem Jahr sein 120 jähriges Jubiläum feiert, referierten vor den 180 Delegierten Thomas Horn vom Regionalverband FrankfurtRheinMain zum Thema "Ballungsräume – ihre Vorteile und Probleme“, Stefan G. Reuß, der Landrat des Wera-Meißner-Kreises zum Thema „Entvölkerungsgebiete – wie geht es weiter?“ und Dr. Thomas Pristl von der Universität Kassel „Lokale Wohnungsmärkte im Wandel: Herausforderungen für Stadtentwicklungs- und Wohnungspolitik“.


Der Vorsitzende des Deutschen Mieterbund – Landesverband Hessen e.V., Wolfgang Hessenauer, erklärte dazu einleitend: "Während Dörfer entvölkern, platzen die Universitätsstädte und Ballungsgebiete aus allen Nähten. Viele Städter können sich die durch die Wohnungsknappheit entstandenen hohen Mieten für angemessene Wohnungen nicht mehr leisten. Es besteht die Gefahr, dass Sie aus ihren angestammten Wohngebieten verdrängt werden. In vielen Dörfern dagegen ziehen die Jungen weg. Die Infrastruktur ist häufig nicht mehr zu halten".
Der Bedarf an Wohnungen sei über viele Jahre hinweg seitens der Politik unterschätzt, ja vielerorts sogar missachtet worden.
„Zwar wurde durch die Hessische Landesregierung im vergangenen Jahr die „Allianz für Wohnen in Hessen“ gegründet, die mittlerweile ihre Arbeit aufgenommen und Lösungsvorschläge unterbreitet hat. Allerdings ist in naher und mittlerer Zukunft der große Wurf nicht zu erwarten. Alleine im Jahr 2015 waren in den hessischen Kommunen rund 45.000 sozialwohnungssuchende Haushalte gemeldet. Diese Zahl wird weiter steigen. Dabei sind die Flüchtlinge, die dauerhaft bleiben, noch nicht berücksichtigt. Demgegenüber nimmt der Bestand der sozial geförderten Wohnungen in Hessen weiterhin ab und hat 2015 mit nur noch 92.444 Wohnungen seinen Tiefstand erreicht .Vor 25 Jahren waren es noch mehr als 250.000 Wohnungen. Derzeit fallen pro Jahr mehr Wohnungen aus der Sozialbindung heraus, als fertiggestellt werden. Hessenweit fehlen insbesondere in den Ballungsgebieten und Universitätsstädten für die Jahre 2014 bis 2040 rund 520.000 Wohnungen, wobei die meisten im südhessischen Raum benötigt werden. Alleine für die Jahre 2014 bis 2020 müssen rund 38.000 Wohnungen jedes Jahr fertiggestellt werden, um den Wohnbedarf einigermaßen befriedigen zu können. Demgegenüber stehen Befürchtungen, dass zum Beispiel im Werra-Meißner-Kreis und im Vogelsbergkreis ganze Ortschaften aussterben werden. Hinzu kommt, dass weitere Kreise, nämlich der Lahn-Dill-Kreis, der Landkreis Limburg-Weilburg und mehrere nordhessische Landkreise in späteren Jahren ebenfalls erhebliche Bevölkerungseinbußen hinnehmen müssen.