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27.06.16 - 18:55 Uhr

Mieterverein verlangt von der Wohnbau einen Mietenstopp für Flussstraßenviertel

Die Wohnbau Gießen hat im Sanierungsgebiet Flussstraßenviertel mit der Erneuerung der Wohnungssubstanz begonnen. Im ersten Schritt entstehen in der Fuldastraße 24 neue Sozialwohnungen zum Kaltmietpreis von 6,80 Euro/qm, wobei nach Angaben des Unternehmens zu berücksichtigen ist, dass wegen der hocheffizienten Bauweise keine Heizkosten mehr anfallen werden.
Das klingt gut, ist aber für etliche Mieter, vor allem die Bezieher staatlicher Leistungen, immer noch ein Problem. Denn das Jobcenter geht bei seiner Berechnung der Kosten der Unterkunft (KdU) von der sog. Brutto-Kaltmiete aus. Die enthält den Mietzins sowie alle kalten Betriebskosten. Die Angemessenheitsgrenze in Gießen liegt bei einem Zwei-Personenhaushalt bei 6,66 Euro/qm. Werden also zu dem Mietpreis von 6,80 Euro/qm noch die durchschnittlichen kalten Betriebskosten laut Betriebskostenspiegel hinzugerechnet, kommt man zu einer Brutto-Kaltmiete von 8,30 Euro/qm. "Das ist weit über dem Zulässigen", merkt der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers, an. Erst eine Gesamt-Angemessenheitsgrenze, die alle Mietkosten einbezieht, könnte eine Lösung bringen. „Die aber sieht das Gesetz nicht vor. Es schreibt vor, dass Brutto-Kaltmiete und die Kosten der Heizung (KdH) getrennt zu bewerten sind“.

Auch die Maxime des Wohnbauchefs von der Garantie des "sozialen Schutzraums Flussstraßenviertel" müsse man kritisch sehen. Bei genauerem Hinsehen erscheine sie mehr als fraglich. „Denn die Wohnbau hat in den letzten drei Jahren die Mieten im Flussstraßenviertel um rund 15 % erhöht, weit über der allgemeinen Preissteigerungsrate. Das ist für viele Bewohner des Quartiers Anlass zur Sorge. Sie fragen sich, ob sie die Miete bald nicht mehr bezahlen können.“ Der Mieterverein verlangt deshalb von der Wohnbau einen Mietenstopp für die nächsten 5 Jahre, zumal sich ja die Wohnsubstanz im Flussstraßenviertel nicht verbessert hat.