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10.06.16 - 16:08 Uhr

Baugenossenschaft 1894 Gießen vernachlässigt den Neubau

Der Geschäftsbericht der Baugenossenschaft 1894 liest sich wie eine Aneinanderreihung von Erfolgen: geringes Mietniveau, hohe Investitionen in die Modernisierung des Wohnungsbestandes, satte Rücklagen, hohe Eigenkapitaldecke und eine stattliche Dividende aufgrund guter Ertragssitaution. Doch eines vermisst man: den Neubau von Wohnungen. Der Baugenossenschaft dürfte nicht entgangen sein, dass es in Gießen und in den die Stadt umgebenden Gemeinden ein Wohnungsdefizit gibt. Das hat  den Kreis zu besonderer Aktivität veranlasst, der Gründung eines Wohnungszweckverbandes, der den Bau dringend benötigter preiswerter Wohnungen voranbringen soll. Genossenschaften haben nicht nur betriebswirtschaftliche Ziele, sondern  auch eine gesellschaftliche Verpflichtung wahrzunehmen, denn „Eigentum verpflichtet, es soll zugleich dem Wohl der Allgemeinheit dienen“, wie es im Grundgesetz heißt. Angesichts der Wohnungsnachfrage müssen die Baugenossenschaften einen Leerstand nicht befürchten. Die Trägheit der meisten Gesellschaften, denen es wirtschaftlich sehr gut geht und die deshalb seit vielen Jahren ihren Mitgliedern lieber gute Dividenden auszahlen als in den Neubau zu investieren, hat mit dazu beigetragen, dass es den viel beklagten Mangel an bezahlbarem Wohnraum heute gibt. Es ist hohe Zeit, dass in den Köpfen der Vorstände und Aufsichtsräte ein Umdenken stattfindet und die Investitionen nicht nur in die Bestandspflege, sondern angemessen in den Wohnungszubau fließen. Schließlich heißt man „Bau“-Genossenschaft, weil man baut und nicht weil man nur verwaltet.