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07.06.16 - 16:04 Uhr

Mieterverein begrüßt im Koalitionsvertrag den Bau neuer Sozialwohnungen

„Es geht also doch ! Die fünfjährige Zeit des Aussitzens der Wohnraumversorgungsprobleme für Bürger mit kleiner Brieftasche und das Vertrauen auf die Selbstheilungskräfte des Marktes in Gießen ist vorbei. Der neue Magistrat will 400 neue Sozialwohnungen bauen lassen. Und das Geld dafür ist auch da. Genau das hatten die Oberbürgermeisterin  und der SPD-Chef Merz ständig bestritten und den Mieterverein für sein hartnäckiges Drängen in der Sache attackiert,“ erklärt der Mietervereinsvorsitzende, Stefan Kaisers, zu dem vorgestellten Koalitionsvertrag von SPD, CDU und Grünen.
Der Mieterverein begrüßt die längst überfällige politische Entscheidung ebenso wie die Initiative zur Einrichtung einer „Leitstelle Soziales Wohnen“, die er gefordert hatte.
Spannend werde nun die Frage sein, wo die neuen öffentlich geförderten Wohnungen entstehen sollen. Hier wäre die Umsetzung einer „Sozialquote“ in der Stadt wichtig, das heißt die anteilige Errichtung von Sozialwohnungen bei Neubauprojekten, z.B. 25-30 Prozent. Andere Kommunen wie Marburg, Trier, Köln oder Regensburg haben eine solche Maßnahme längst erfolgreich realisiert. Denn damit werde die soziale Durchmischung eines Quartiers am besten gewährleistet.
„Im SPD-Kommunalwahlprogramm steht zwar, man wolle das prüfen. Aber bei einem aktuellen Neubauprojekt im Rechtenbacher Hohl in Lützellinden, wo 120 Wohneinheiten errichtet werden sollen, wird es wieder nicht umgesetzt. Dabei hätte die Stadt in dem städtebaulichen Vertrag mit dem Investor eine solche Vereinbarung schließen können. Der muss jetzt nur einen Kinderspielplatz im Rahmen des Bauprojektes bauen, anstatt z.B. 25 Sozialwohnungen zu bauen, für die es gute Förderkonditionen gibt.“, heißt es beim Mieterverein.
„Dem schrumpfenden Angebot an Wohnungen in der Stadt, die noch  der Preis- und Sozialbindung unterliegen, stehe eine wachsende Nachfrage gegenüber. Die Einwohnerschaft der Stadt wächst und damit die Zahl der Haushalte, die eine für sie bezahlbare Wohnung suchen. Der momentane Fehlbedarf liege zwischen 2000 u. 3000 Sozialwohnungen. Der Magistrat müsse nun schnell handeln.