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21.01.16 - 10:30 Uhr

Mieter im Lollarer Paulusgarten erhalten viele falsche Betriebskostenabrechnungen

“Im Dezember 2015 baten zahlreiche Mieter im Paulusgarten in Lollar um Aufnahme in den Mieterverein, um dort Rat und Hilfe bezüglich ihrer fehlerhaften Mietnebenkostenabrechnungen zu bekommen”, teilt der Mieterverein Gießen mit. “Grund ist: Die Abrechnungen wurden von der Deutschen Annington-Kundenservice GmbH erstellt, einer der zahlreichen Töchter des größten deutschen Wohnungsanbieters “Vonovia” (350.000 Wohnungen). Besser bekannt ist das Unternehmen unter dem Namen “Deutschen Annington”. Den Namenswechsel hatte man 2015 nach der Fusion mit dem Konkurrenten Gagfah vollzogen, nicht zuletzt auch deshalb, um vom schlechten Image wegzukommen. Mieter beschwerten sich ständig über häufig fehlerhafte Betriebskostenabrechnungen, schleppende Mängelbeseitigung und das unzulässige Einschalten von Inkassounternehmen bei Mietrückständen. Wie die Abrechnungen jetzt zeigen, hat die Namensänderung keine Besserung gebracht,” meint der Mietervereinsvorsitzende, Stefan Kaisers. Kern des Problems sei die erhebliche Intransparenz der Abrechnungen, die nicht nach einzelnen Wohngebäuden, sondern für mehrere zusammen erstellt wurden, sog. “Wirtschaftseinheiten”. Das sei rechtlich zwar erlaubt, aber die Zahlenwerke müssten dennoch formal und inhaltlich korrekt sein, was sie vielfach aber nicht sind. “Nach Überprüfung stellte sich heraus, dass in etlichen Abrechnungen etwa die Kosten für Heizung und Warmwasser fehlen. Es gibt Positionen, die gar nicht abrechnungsfähig sind, wie z.B. die Sperrmüllumlage oder die Gebühr für den Fernsehempfang (nicht Kabel-TV). Auch die Verteilerschlüssel für die Betriebskosten sind nicht nachvollziehbar”, kritisiert Kaisers. Ein Beispiel für die fehlerhafte Abrechnungspraxis sei die Gebühr für das Kabel-TV. Dafür sei im Mietvertrag eine monatliche Pauschale vereinbart (14.30 Euro). In der sog. “Sollmiete” werde der Betrag nicht als Betriebskosten berücksichtigt, sondern als Mieteinnahme verbucht. “Den Mietern werden aber als “Betriebskosten Gebühr für Fernsehempfang” 108,72 Euro in Rechnung gestellt. Das heißt de facto: der Mieter wird zweifach mit Kabelkosten belastet”, so der Mieterverein. Den Mietern im Paulusgarten empfiehlt der Verein, ihre Nebenkostenabrechnungen auf jeden Fall einer kritischen Überprüfung zu unterziehen und keineswegs vorschnell zu bezahlen. “Nach unseren Erfahrungen sind ohnehin 50 Prozent aller Abrechnungen falsch, bei der Vonovia wird der Anteil wohl noch deutlich höher liegen.”