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02.01.16 - 16:24 Uhr

Wohngeldreform zum 1. Januar in Kraft - Höhere Leistungen und mehr Anspruchsberechtigte -

Am 1. Januar 2016 ist die Wohngeldreform in Kraft getreten. Damit wächst die Anzahl der anspruchsberechtigten Haushalte. Auch die Höhe des Wohngeldes steigt. „Wohngeld ist ein Zuschuss für Haushalte mit geringem Einkommen, die aber über dem Existenzminimum liegen. Anspruch haben sowohl Mieter als Eigentümer. Etwa 600.000 Haushalte erhalten in Deutschland derzeit Wohngeld. Ein Zweipersonenhaushalt bekam bislang im Durchschnitt etwa 115 Euro pro Wohnung, nun werden es 186 Euro sein. Berechtigt sind alle Personen, die Wohnraum gemietet haben. Ebenfalls Anspruch haben Eigentümer, die ihre Immobilie selbst nutzen: Erfüllen sie die Voraussetzungen, erhalten sie das Wohngeld als sogenannten Lastenzuschuss", erklärt der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers. Wichtigste Voraussetzung für die Finanzspritze vom Staat: Das gemeinsame monatliche Gesamteinkommen aller Haushaltsmitglieder muss unterhalb bestimmter Höchstbeträge liegen. Mit der Reform würden die Höchstgrenzen für das Einkommen angehoben. Dadurch seien mehr Haushalte wohngeldberechtigt. Als Maßgabe bei der Berechnung gelte das monatliche Durchschnittseinkommen, inklusive Weihnachts- und Urlaubsgeld. Kindergeld zähle nicht zum Einkommen. Nicht wohngeldberechtigt seien Personen, die staatliche Sozialleistungen beziehen, etwa die Grundsicherung oder das Arbeitslosengeld II. „Ob man Wohngeld bekommt und wie hoch es ist, hängt von drei Größen ab. Maßgeblich sind: die Höhe des Gesamteinkommens des Haushalts, die Anzahl der Haushaltsmitglieder und die Höhe der Miete beziehungsweise der monatlichen Belastung bei Eigentümern. Grundsätzlich gilt: Je niedriger das Einkommen und desto höher die gezahlte Miete, desto höher ist der Zuschuss. Bei der Berechnung des Wohngelds wird die Miete nur bis zu einem bestimmten Höchstbetrag berücksichtigt. Die tatsächlichen Wohnkosten berücksichtigen die Ämter nur in voller Höhe, wenn sie nicht die gesetzlich vorgegebenen Höchstbeträge überschreiten", erläutert Kaisers. Die Höchstgrenze für die Berechnung hänge vom Wohnort ab, da sich die Wohnkosten regional unterscheiden. Im Internet gebe es Online-Wohngeldrechner, die unverbindlich das Wohngeld errechnen. Der tatsächliche Anspruch lasse sich allerdings nur mit einem schriftlichen Antrag ermitteln. "Die Erhöhung des Wohngelds war angesichts gestiegener Miet- und Heizkosten längst überfällig", heißt es beim Mieterverein zu der Reform. Für Menschen mit geringem Einkommen, die keine Grundsicherung bekommen, sei es eine der wenigen Möglichkeiten, ihre Ausgaben für das Wohnen abzufedern. Etwa 870.000 Haushalte könnten von der Reform profitieren. Sie erhalten entweder mehr Geld oder gelangen zum ersten Mal in den Genuss dieser Förderung. Beim Mieterverein rät man deshalb: „Jeder, dessen Einkommen die Grundsicherung knapp überschreitet, sollte einen Antrag stellen". Antragsformulare und Informationen gebe es für Bürger der Stadt Gießen und des Landkreises bei der Wohngeldstelle der Landkreisverwaltung. Auch über die Internet-Seiten des Mieterverein könne ,am sich die Unterlagen herunterlagen. „Wer die Voraussetzungen erfüllt, hat auf Wohngeld genauso Anspruch wie auf Kindergeld oder eine Steuerrückzahlung,“ betont Kaisers. Wohngeld gebe es von dem Monat an, in dem der Antrag gestellt wurde. Wer schon jetzt Wohngeld bekomme, könne abwarten. Dank einer Übergangsregelung würden fast alle derzeitigen Empfängerhaushalte automatisch das höhere Wohngeld erhalten. Erst wenn der bisherige Bewilligungszeitraum abgelaufen sei, müssten die Betroffenen einen neuen Antrag stellen.