Sie verwenden einen veralteten Browser mit Sicherheitsschwachstellen und können daher diese Webseite nicht nutzen.

Hier erfahren Sie, wie einfach Sie Ihren Browser aktualisieren können.

01.12.15 - 14:35 Uhr

Welche Weihnachtsdekoration im Treppenhaus oder am Balkon ist zulässig?

Viele schmücken in der Weihnachtszeit ihr Zuhause festlich. Dem steht grundsätzlich nichts entgegen. In den eigenen vier Wänden kann jeder nach seinem Geschmack dekorieren. Doch wie sieht es außerhalb der Wohnung aus ?

Auch die Wohnungstüre zur Flurseite hin dürfen Mieter und Besitzer von Eigentumswohnungen schmücken, etwa mit einem Adventskranz. Das hat im Sommer auch das Landgericht Hamburg bestätigt. Willkommensbekundungen sind nach dem Urteil in gewissem Umfang ebenso erlaubt wie Dekoration zur Oster- und Weihnachtszeit – vor allem dann, wenn die Beeinträchtigung nur minimal und „rein optischer Natur“ sei (Landgericht Hamburg Az.: 333S11/15). „Allerdings müssen Mieter darauf achten, dass sie die Türen durch die Anbringung nicht beschädigen“, erklärt man beim Mieterverein. „Anderenfalls müssen sie für den Schaden aufkommen.“

Will eine Partei das gesamte Treppenhaus schmücken, kann es problematisch werden. „Hier sollten sich alle Bewohner im Haus absprechen“, rät der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers. Das gelte auch beim Wunsch, weihnachtliche Duftsprays im Hausflur zu  versprühen. „Kommt keine Einigung zu Stande, dann darf nicht geschmückt oder gesprayt werden“, so Kaisers. Die Dekoration müsste dann ggf. entfernt werden.

Ganz wichtig: Alles, was Fluchtwege behindert oder Brandgefahr birgt, hat im Treppenhaus nichts zu suchen. So lautet ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster (Az.: 10 B 304/09). Demnach gilt, wenn jemand über die Weihnachtsdekoration im Treppenhaus stolpert oder in Notfällen der Fluchtweg nicht frei begehbar ist, haftet der Verursacher für den Schaden – also die Person, die dekoriert hat.

Auch wenn vieles beim Dekorieren erlaubt ist, muss manchmal vorher der Vermieter bzw. die Eigentümergemeinschaft um Erlaubnis gefragt werden. Das gilt beispielsweise, wenn jemand an der Fassade einen kraxelnden Nikolaus oder am Balkongeländer blinkende Rentiere mit Schlitten anbringen will. Denn in solchen Fällen müssen oft Löcher in die Fassade gebohrt werden. „Das könnte die Fassade beschädigen. Daher muss der Vermieter oder die Eigentümergemeinschaft einverstanden sein“, so Kaisers.  Wichtig: Die Dekoration muss an der Fassade so sicher angebracht werden, dass sie weder bei Schneelast noch bei Wind herabstürzt.

Das gilt auch für weihnachtliche Lichterketten am Balkon. Sie müssen sicher installiert sein und dürfen die Hausfassade nicht beschädigen. Grundsätzlich seien sie erlaubt und meistens auch akzeptiert. Es sei weit verbreitete Sitte, in der Weihnachtszeit Fenster und Balkone mit elektrischer Beleuchtung zu schmücken. Doch extrem grelle und blinkende Lichterketten können stören, etwa, wenn das Licht dauerhaft in die Nachbarwohnung hineinleuchtet. „Der Nachbar kann in solchen Fällen verlangen, dass die Lichter ab 22 Uhr bis 06 Uhr am darauf folgenden Tag ausgeschaltet sind“, sagt Kaisers. Außerdem müsse sichergestellt sein, dass der Autoverkehr nicht wegen intensiver Blinklichter und Installationen irritiert werde. Dabei spiele es keine Rolle, ob der Lichterschmuck am Balkon oder hinter dem Fenster hängt.

Auch für den Vorgarten gibt es Regeln: Eine Wohnpartei kann dort nicht einfach einen festlich geschmückten Weihnachtsbaum aufstellen. Dazu sei die Zustimmung des Vermieters bzw. der Wohneigentümergemeinschaft erforderlich. Zusätzlich sollten sich Mieter mit den anderen Bewohnern abstimmen. Ist genügend Platz vorhanden, ohne dass der Baum andere stört oder gefährdet, darf er aufgestellt werden. Aber: Der Baum müsse ordentlich gesichert sein und dürfe den Gehweg nicht einschränken.