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16.11.15 - 16:52 Uhr

Kohlenmonoxid-Vergiftungen in der Wohnung nehmen zu

Jedes Jahr leiden in deutschen Haushalten tausende Menschen eine Kohlenmonoxid-Vergiftungen. Viele davon enden tödlich. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schätzt, dass sich pro Jahr mehr als 3.000 Menschen mit CO vergiften und mehr als 1.000 Menschen daran sterben.

„Wie viele es wirklich sind, wissen wir nicht, weil es in Deutschland kein Vergiftungsregister gibt“, heißt es in einer Erklärung des Amtes. Sorgen bereitet, dass es immer mehr zu werden scheinen. „Das hat vor allem mit dem geänderten Freizeitverhalten zu tun. Die Leute wollen grillen – egal, bei welchem Wetter. Spielt das nicht mit, wird eben in den Innenräumen gebrutzelt“. Doch selbst wenn man Fenster, Türen oder auch das Garagentor zum Lüften öffnet, können CO-Konzentrationen entstehen, die zum Tode führen. Diese Gefahr besteht auch bei Geräten, die als so genannte „Indoor-Grills“ beworben werden, obwohl sie mit glühender Holzkohle heizen.

Häufige Ursachen für CO-Vergiftungen sind auch defekte Gasthermen oder falsch gelagerte Holzpellets. Immer mehr Menschen heizen heute mit Holzpellets. Aber dass die gepressten Sägespäne das Atemgift CO freisetzen können, ist den wenigsten bekannt. Bei der Herstellung der Pellets werden chemische Prozesse in Gang gesetzt, bei denen u. a. CO entsteht. „Noch Monate danach kann CO freigesetzt werden“. Dem Bundesamt für Risikoforschung wurden mehrere Fälle von CO-Vergiftungen bei Personen gemeldet, die sich in Lagerräumen von Pellets aufgehalten hatten oder sie zu Wartungszwecken betreten wollten.

„Kohlenmonoxid (CO) ist ein farbloses Gas, das durch unvollständige Verbrennung von kohlenstoffhaltigem Material entsteht, wenn Sauerstoff fehlt. Da man CO weder schmeckt noch riecht, es auch die Atemwege nicht reizt, nimmt man das Gas unbemerkt über die Lungen auf. Dort gelangt es ins Blut und bindet sich statt an Sauerstoff an den roten Blutfarbstoff, das Hämoglobin“, erklärt der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers. Als Konsequenz würden Organe und Gewebe nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Eine leichte Vergiftung löse Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen oder Kurzatmigkeit aus. „Manche spüren ihr Herz schneller pumpen und fühlen sich schlapp. Bei einer schweren CO-Vergiftung färbt sich die Haut manchmal kirschrot – das sieht auf den ersten Blick gesund aus und verschleiert, wie schlecht es dem Betroffenen schon geht. Sind mehr als 70 % des Hämoglobins mit CO besetzt, stirbt man innerhalb weniger Minuten.“

In Hessen gibt es mittlerweile eine Verpflichtung zum Einbau von Rauchmeldern in Wohnräumen. Um die Gefahr von CO-Vergiftungen zu vermeiden, könnte man so genannte CO-Melder installieren. Für Menschen, die in ihrer Wohnung eine Gastherme haben oder einen Kaminofen betreiben, lohnt sich eine solche Investition. Die Kosten für ein solches Gerät betragen zwischen 30 € und 50 €.