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02.10.15 - 12:43 Uhr

Initiative des Landkreises zum Wohnungsneubau zu begrüßen

“Es ist begrüßenswert, wenn die Verantwortlichen im Kreis endlich wach werden und begreifen, dass ihr Handeln notwendig ist, um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen,” heißt es in einer Presseerklärung des Mietervereins. Dass das Engagement der Landrätin erst jetzt und im Zusammenhang mit der rasanten Zunahme der Flüchtlinge komme, sei schon bemerkenswert. Die Zahl der Menschen im Kreis, die auf der Suche nach einer für sie noch erschwinglichen Wohnung sind, steige seit Jahren, ohne dass sich politisch etwas getan habe. Und der Kreis trage mit den von ihm festgelegten viel zu niedrigen Kosten für die Unterkunft (KdU) für die Bezieher von staatlichen Transferleistungen selber zur Verschärfung des Problems bei. “Der Mieterverein und die Sozialverbände haben schon mehrfach darauf hingewiesen, dass die Angemessenheitsgrenzen in der Stadt Gießen und auch im Landkreis der Mietenentwicklung auf dem Wohnungsmarkt längst nicht mehr Rechnung tragen. Der Landkreis verletzt damit in unseren Augen das Grundrecht der Existenzsicherung,” merkt der Vereinsvorsitzende, Stefan Kaisers, dazu kritisch an. Die Zuwanderung so vieler Menschen verschärfe nun die Verteilungskämpfe um Wohnraum noch zusätzlich. “Was wir brauchen, ist ein wirklicher kraftvoller Neustart der sozialen Wohnungsbaus, der die Fehler der 60er und 70er Jahre vermeidet. Falsch wäre es deshalb, spezielle Flüchtlingswohnungen zu bauen, denn das leistet nur der Ghettoisierung Vorschub und erzeugt “banlieus” nach französischem Muster. Marburg ist schon dabei, diesen Fehler zu begehen, indem es Holzhäuser für Flüchtlinge errichtet”, sagt Kaisers.