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27.08.15 - 18:25 Uhr

Mieterverein rät zur Vorsicht bei neuen Internet-Angeboten zur Wohnungsvermittlung

“Sie heißen “nesthub.de”, “nachmieter.de” oder “mietercasting.de”. Es sind mehr als zwei Dutzend Online-Portale, die sich im Internet auf dem Markt der Wohnungsvermittlung etabliert haben, um den Maklern Marktanteile abzunehmen. Denn seit dem 1. Juni gilt das “Bestellerprinzip” im Maklerrecht, nach dem der die Mietwohnung anbietende Vermieter die Maklercourtage in Höhe von zwei Monatsmieten bezahlen muss, nicht der Mieter. Prinzipiell sind  diese Portale nicht gut zu heißen, auch wenn sie den Mieter meist nichts kosten. Wir raten zur Vorsicht und warnen vor einem “Sog-Effekt” bei der Datenerhebung,” lautet die Einschätzung des Mietervereins.

Die neuen Formen der Wohnungsvermittlung würden auf den ersten Blick verlockend klingen, aber beim Mieterverein ist man skeptisch und warnt davor, dass bei den meisten Portalen der Wohnungssuchende mit seinem Bewerbungsprofil eine unbegrenzte Menge an Daten von sich preisgeben müsse und nicht wisse, an wen sie gelangten und wer sie nutzen könne. “Wir sorgen uns um eínen “Sog-Effekt”, den die Portale auslösen. Potenzielle Mieter können im Wettbwerb um eine Wohnung dazu gedrängt werden, immer weitere private Daten weiterzugeben”, sagt der Vorsitzendes des Mietervereins, Stefan Kaisers .  

“Wie funktionieren solche Portale ? Bei “faceyourbase.com” kann der Vermieter zum Beispiel seine Mietwohnung kostenlos mit einer Beschreibung und dem Grundriss auf die Plattform stellen. Die Interessenten bewerben sich darauf mit Namen, Beruf und Gehaltsangabe. Das kostet nichts. Wer als Mietinteressent mehr Informationen über sich angeben will, etwa ein Foto oder den Link zu seinem Profil im Netzwerk, erhöht damit seine Chancen, die Wohnung zu bekommen. Die Dateneingabe ist aber freiwillig und die sensiblen Informationen zur Person sind nur dem Vermieter zugänglich. Der Vermieter loggt sich in sein Wohnungsprofil ein und dort sieht er alle Bewerbungen der Wohnungsinteressenten. Er kann dann auswählen und individuelle Besichtigungstermine vereinbaren.  Wer einen Besichtigungstermin bekommt, zahlt einen kleinen Betrag , wer die Wohnung bekommt, noch einmal , z.B. 30,- Euro. Für Vermieter hat das System den Vorteil, dass sie nicht von unzähligen Anrufen überschwemmt werden”, erklärt der Mietervereinsvorsitzende.

Alles Weitere, wie der Abschluss des Mietvertrages, müssten Mieter und Vermieter miteinander regeln. Bei einem Start-up in Berlin “housy.de” könnten Wohnungssuchende ihre Wunschkriterien angeben und erhalten dazu passende Angebote von Vermietern. Bei “nachmieter.de” kümmere sich der Mieter selber um die Mietnachfolge und bekomme dafür als Belohung eine Monatsmiete erlassen.
Die Zeitschrift “Finanztest” habe jetzt zehn der Plattformen bewertet, verzichte aber auf ein Ranking.