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04.05.15 - 14:07 Uhr

Prekäre Wohnraumversorgung in Gießen

“Mit dem Bau von 65 neuen Sozialwohnungen in Gießen hat der Magistrat einen ersten Schritt getan. Nun müssen weitere folgen, denn der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum ist angesichts der Zunahme der Stadtbevölkerung enorm. Das zeigen sowohl die Ergebnisse der jüngsten Datenerhebung für die Erstellung eines kommunalen Wohnraumkonzeptes als auch die langen Wartelisten der Menschen mit Zugangsberechtigung für eine öffentlich geförderte Wohnung. Das städtische Investitionsprogramm “Soziales Wohnen 2015-2018”  ist schon jetzt bei weitem zu knapp. Der Magistrat muss seinen Einfluss bei der städtischen Wohnbau Gießen nutzen, um das Unternehmen zu mehr Anstrengungen beim Bau neuer Sozialwohnungen zu bewegen”, stellt der Mieterverein fest.

“Das Baurecht gibt der Stadt effektive Möglichkeiten in die Hand, um auch soziale Ziele durchzusetzen. Mit den vom Magistrat umschmeichelten Bauträgergesellschaften, die mit ihren Neubauprojekten gut Kasse machen, lässt sich sehr wohl in Vereinbarungen erreichen, dass sie mit einer bestimmten Quote (20-30%) auch neue Sozialwohnungen errichten. Der Magistrat hat sich hier bislang leider zurückgehalten”, kritisiert der Mietervereinsvorsitzende Stefan Kaisers.
Sozialwohnungen haben seit den 70er und 80er Jahren ein schlechtes Image, weil damals durchweg nur abstoßende Großwohnsiedlungen errichtet worden seien. Davon sei man heute stadtplanerisch, architektonisch und vom Baustandard längst abgekommen. Das zeigen etliche Beispiele aus anderen Städten. So seien im Frankfurter Europaviertel in den “Helenenhöfen” 368 ansprechende Sozialwohnungen im 1. Förderweg  mit einem Kaltmietpreis  von  5 Euro/qm entstanden.
“Die Schaffung neuen und bezahlbaren Wohnraums, der zugleich energieeffizient sowie altersgerecht ist, muss auf der politischen Agenda von Stadt und Land wieder ganz oben stehen. Das Land Hessen ist aufgefordert, dazu ausreichende Fördermittel zur Verfügung zu stellen und die Unterstützung des öffentlichen Wohnungsbaus in den nächsten Jahren zu verstetigen”, verlangt Kaisers.