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01.05.15 - 12:18 Uhr

Energiepass bleibt ein Papiertiger

Der Mieterverein beklagt, dass viele Vermieter noch immer die Angaben zum Wärmeverbrauch ihrer Wohnung oder ihres Hauses oft genug verschweigen. Dabei lasse sich der Energieverbrauch im sog. „Energiepass“ auf einer Skala von grün (gut) bis dunkelrot (schlecht) leicht nachlesen. „Mieter und Käufer können so schneller nachvollziehen, mit welchen Heizkosten sie rechnen müssen, sofern sie denn das Dokument zu Gesicht bekommen“, erklärt der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers. Rund 40 Prozent der verbrauchten Energie werde hierzulande von den Gebäuden geschluckt, nicht gerade wenig davon gehe durch undichte Fenster oder ungedämmte Dächer und Keller verloren.
„Wir haben den Umgang mit den Energieangaben stichprobenartig untersucht und das Ergebnis ist nicht schmeichelhaft. In nur jeder siebten Immoblienanzeige finden sich die vorgeschriebenen Angaben zum Energieverbrauch, bei gewerblichen Anbietern in immerhin zwei von drei Anzeigen. Nicht viel besser ist es bei den Wohnungsbesichtigungen, bei denen der Vermieter oder Makler unaufgefordert  den Energieausweis vorlegen muss, wie es das Gesetz vorschreibt. Nur jeder vierte zeigte unaufgefordert das Testat, jeder zweite wollte es auch auf Nachfrage nicht tun. Die Pflicht wird nicht ernst genommen,“ kritisiert Kaisers.
Weder die Länder noch die Kommunen kämen ihrer Aufklärungs- und Kontrollpflicht nach. Dabei würden ab dem 1. Mai saftige Ordnungsstrafen drohen, wenn Vermieter oder Verkäufer in der Immobilienanzeige auf die vorgeschriebenen Energieverbrauchsangaben verzichten. Das Bußgeld drohe bereits seit geraumer Zeit, wenn der Energieausweis  beim Besichtigungstermin nicht unaufgefordert präsentiert werde. „Leider ist das Wissen um den Energieausweis bei vielen Menschen noch sehr unterentwickelt. Wenn der örtlichen Kontrollbehörde (Bauordnungsamt) keine Verstöße angezeigt werden, kann sie die Vergehen auch nicht ahnden. Der Energiewende, die auch das Ziel hat, den Energieverbrauch zu senken, ist die mangelnde Transparenz beim Energieverbrauch  nicht förderlich,“ meint Kaisers.