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25.04.15 - 08:57 Uhr

Bericht über die Jahreshauptversammlung des Mietervereins

Die Jahreshauptversammlung des Mietervereins begann mit den informativen Ausführungen des Bausachverständigen, Herrn Dipl. Ing. Thomas Weller, zum Thema: Schimmel in der Wohnung
- Ursachen und Lösungen“. Er erläuterte die physikalischen Zusammenhänge zwischen der maximalen Wasserdampfmenge, die die Luft aufnehmen kann  und der Raumtemperatur. Die Kontrolle der relativen Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen sei deshalb hillfreich, richtiges Lüften zur Schimmelvermeidung  notwendig. Das könne ein Mieter mit beeinflussen, die baulichen Schwachstellen in etlichen Wohngebäuden aber seien seinem Einfluss entzogen.
Anschließend berichtete der Vereinsvorsitzende, Stefan Kaisers, in seinem Geschäftsbericht für die Jahre 2013/14 über die konstante Entwicklung bei den Mitgliederzahlen. Man freue sich, mit über 5448 Mitgliedern nach den Großstadt-Vereinen der fünftgrößte Mieterverein in Hessen zu sein. Es werde aber zunehmend schwerer, neue und vor allem jüngere Mitglieder längere Zeit an den Verein zu binden. Kaisers bedauerte die hohe Fluktuation. Mietervereine seien in ihrem Selbstverständnis keine „Mietberatungs-GmbH“, sondern Solidar- und Selbsthilfegemeinschaften, in der sich jedes Mitglied an der Lösung seines Problems angemessen zu beteiligen habe. Neben der Rechtsberatungsarbeit habe ein Mieterverein die wichtige Aufgabe, die miet- und wohnungspolitischen Interessen der Mieterschaft in der Öffentlichkeit zu vertreten und kommunalpolitisch darauf zu drängen, dass die Mieterbelange ausreichend berücksichtigt werden.
Kaisers führte aus, dass man allein im letzten Jahr rund 4000 Rechtsberatungen durchgeführt habe und damit die größte außergerichtliche Streitschlichtungseinrichtung in Gießen sei. Im Mittelpunkt der Arbeit stehe die Erhaltung des Rechtsfriedens und die Vermeidung von unnötigen Mietrechtsprozessen. Leider nähmen die Streitigkeiten um die Heiz- und Betriebskosten immer mehr zu, was in Zeiten rasant gestiegener Energiekosten und auch nicht verwunderlich sei. Jede zweite Abrechnung ist fehlerhaft.
Bei den Wohnungsmängeln stünden Schimmelprobleme weiter an der Spitze. Auch das Problem der „angemessenen Wohnkosten“ im Rahmen der Hartz-Reform sei wegen der jüngst verschärften Kriterien des Jobcenters in den Beratungen ein Thema.
Bezogen auf die lokale Wohnungsmarktsituation sagte der Mietervereinsvorsitzende : „Eine angespannte Wohnungsversorgungssituation gibt es Gießen schon seit einiger Zeit. Dabei ist ein auffälliger Mangel an kleinen und bezahlbaren Wohnungen feststellbar. Der Grund dafür ist u.a. :Immer mehr Sozialwohnungen fallen aus der Bindung, d.h. sie werden teurer und neue Sozialwohnungen kommen nicht hinzu. Zudem treibt die energetische Modernisierung die Mietkosten stark in die Höhe. Insgesamt steigt das Mietniveau auch in der Stadt .“ Mieter sollten aber bei der Anmietung einer neuen Behausung unbedingt nach dem Energieausweis fragen, denn eine Wohnung mit geringer Kaltmiete habe nicht selten hohe Energiekosten.

Dass Gießen in den Geltungsbereich der Mietpreisbremse aufgenommen worden sei, sei ein richtiger und überfälliger Schritt, um den Druck aus dem Kessel zu nehmen.

Anschließend fanden die Wahlen zum Vorstand statt. Die Versammlung bestätigte alle Personen in ihren Ämtern : 1. Vorsitzender : Stefan Kaisers ; die beiden Stellvertreter : Heimo Klemm und Jürgen Hirschmann ; Beisitzer : Hannelore Hiegert-Dörfler, Susanne Eue, Thomas Richel, Peter Sommer. Zu Kassenprüfern wurden bestellt : Erika Wolf und Norbert Rieger.