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17.02.15 - 10:12 Uhr

Strom wird billiger, aber SWG-Kunden in Gießen spüren nichts davon

„Vielerorts sind die Strompreise in Deutschland zum 1. Januar 2015 gesunken, so auch bei den Stadtwerken in Marburg. Der Versorger in Wetzlar (ENWAG) wird seine Preise für Strom und Gas zum 1. April senken. Bei den Stadtwerken Gießen dagegen wartet man weiter ab und rechnet.“ Darauf weist der Mieterverein jetzt hin. 

Dabei seien die Großhandelspreise, zu denen die Energieversorger ihren Strom einkaufen, seit Jahren gefallen, und sie befinden sich auf dem niedrigsten Stand seit 2005. Hinzu komme, dass die Ökostrom-Umlage leicht gesunken ist. Das alles ergäbe genug Spielraum, um die Kunden auch in Gießen zu entlasten. 

„Hinzu kommt, dass der Strom, den ein örtliche Versorger in lokalen Blockheizkraftwerken (BHKW) erzeugt und nicht an die Strombörse verkauft, sondern direkt an seine Kunden, von Netzentgelten sowie Konzessionsabgabe und der Stromsteuer befreit ist. Diese drei Abgaben machen zusammen über 35 Prozent des Strompreises für die Haushaltskunden aus. Auch das eröffnet Preissenkungspotenziale. Die Stadtwerke Gießen betreiben nach eigenen Angaben in der Stadt und Umgebung bereits 110 solcher Anlagen“, sagt der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers. 

„Auffällig ist: Das Reaktionstempo der Branche bei Preissenkungen hält bei Weitem nicht Schritt mit dem Aktionismus bei Preisanhebungen. Besonders langten viele Versorger bei den Stromkunden zu, die ihre Energie in der gesetzlichen Grundversorgung beziehen, jenem Standardtarif also, in den Kunden eingestuft werden, wenn sie nur wenig Verbrauch haben oder wenn sie sich nicht aktiv für einen Wechsel in einen anderen Tarif entschieden haben. Nach einer Analyse des Vergleichsportals „Check24“ stiegen die Preise hier in sieben Jahren um 48 %. In anderen Tarifen waren es „nur“ 32 %“, heißt es beim Mieterverein. 

Wie bei Lebensmitteln, Sprit oder Haushaltsgeräten sollten die Verbraucher auch die Energiepreise vergleichen und den Wechsel zu einem günstigeren Anbieter nicht scheuen. Damit lasse sich gutes Geld sparen. Immer noch befänden sich rund 18 Millionen Haushalte oder knapp 40 Prozent im Grundversorgungstarif ihres örtlichen Anbieters.  Nach den Zahlen der Bundesnetzagentur von 2012 bezögen weitere 43 Prozent über einen anderen Tarif Strom vom selben Versorger. Nur 17 Prozent waren echte Wechsler, die ihrem Lieferanten den Rücken kehrten und bei einem anderen Anbieter einen Vertrag unterschrieben. 

Achten sollte man beim Wechsel darauf, dass etliche Stromanbieter mit so genannten „Festpreisgarantien“, meist für zwei Jahre, tricksen. Viele solcher Offerten würden den Namen „Preisgarantie“ nicht verdienen, denn in den Fußnoten versteckten sich oft lange Listen von Ausnahmen, etwa die Änderung von Abgaben und Umlagen, die man trotz Garantieklausel an die Kunden weiterreichen könne. Gedeckelt werde mit solchen Vereinbarungen vor allem das Risiko der Versorger. 

Auch beim Gas gebe es Spielräume für Preissenkungen, die von den Anbietern an die Verbraucher weitergegeben werden könnten.