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05.01.15 - 08:29 Uhr

Mietwohnungssuche in Gießen kein Kinderspiel

„Wer bei der angespannten Wohnungsmarktlage heute die Gelegenheit zu einer Wohnungsbesichtigung allein bekommt – dann ist das, im Wortsinn, schon einmal „die halbe Miete“. Wichtigste Aufgabe jetzt : sympathisch wirken. Großspurige Besserwisser haben bei Vermietern schlechte Chancen. Sympathisches Auftreten ist der zweitwichtigste Faktor bei der erfolgreichen Wohnungssuche“, so lautet der Hinweis des Mietervereins.

Bei der Entscheidung über die Wohnungsvergabe sei das nachweisbare Einkommen am wichtigsten. Auf Platz drei: Der künftige Mieter soll „zur Hausgemeinschaft passen“. Dahinter folgen dann die Festanstellung und eine positive Schufa-Auskunft.

Klar ist: Auf einem angespannten Wohnungsmarkt ist es mit der Privatsphäre nicht weit her. Der Mieter muss seine Einkommenssituation also offenlegen, da gibt es wohl kaum kein Entkommen. Außerdem haben die Vermieter ein Recht darauf, zu erfahren, wer genau denn in die Wohnung einziehen soll. Bei diesen beiden Fragen darf auch nicht geflunkert werden, sonst könnte es später noch Ärger geben. „Alle anderen Fragen gehen den Vermieter rechtlich gesehen nichts an“, sagt Stefan Kaisers, Vorsitzender des Mietervereins. Auch eine Schufa-Auskunft dürfte eigentlich erst verlangt werden, wenn grundsätzlich beide Parteien einig sind, einen Mietvertrag abzuschließen. „Schufa-Auskünfte massenweise schon bei der Besichtigung einzusammeln, ist eigentlich nicht vorgesehen“, meint Kaisers. Aber natürlich ist die Situation in der Realität oft eine andere. Wer mit einer ungünstigen Schufa-Bewertung kämpft, sollte dafür zumindest eine Erklärung parat haben – und auf Nachsicht des Vermieters hoffen. 

Bei Fragen nach Mitgliedschaft in Vereinen oder nach politischen oder persönlichen Vorlieben sei Vorsicht geboten. Der Mieter könnte die Auskunft verweigern. Doch das würde wohl seine Chancen schmälern. Aber: Hier ist das Schwindeln erlaubt und vielleicht die charmanteste Lösung. „Anders ist die Situation allerdings, wenn es um Haustiere und um laute Musikinstrumente geht: Der süße kleine Dobermann muss zwar nicht beim ersten Gespräch erwähnt werden – aber spätestens dann, wenn die Unterschrift unter einen Mietvertrag gesetzt werden soll, demzufolge Haustierhaltung vom Vermieter genehmigt werden muss. Hobby-Pianisten tun ebenfalls gut daran, mit offenen Karten zu spielen, sonst ist der Ärger vorprogrammiert“, erklärt Kaisers.