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23.12.14 - 08:41 Uhr

Mieterverein: “Haben mit dem Bauverein viele Probleme.”

“Die Absicht des Vorstandes des Darmstädter Bauvereins, seinen Wohnungsstreubesitz in Mittel- und Osthessen (2100 Wohnungen), davon 1200 in Gießen, meistbietend zu verkaufen, überrascht nicht. Das Vorgehen des kommunalen Unternehmens stößt bei uns auf Ablehnung”, heißt es in einer Presseerklärung des Mietervereins.

Den Bauverein-Mietern gibt man schon jetzt den Rat, bei einem Verkauf ihrer Wohnungen an einen neuen Eigentümer, wer immer das ist, keine neuen Mietverträge zu unterschreiben. Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) gibt es den Grundsatz : “Kauf bricht nicht Miete” (§ 566) . Das bedeutet, der neue Eigentümer muss die Rechte und Pflichten aus dem bestehenden Mietvertrag weiter erfüllen. Neue Mietverträge enthalten oftmals rechtliche Verschlechterungen für die Mieter.

Beim Mieterverein erinnert man daran, dass das Darmstädter Wohnungsunternehmen in den Jahren 2009-2011 seine Mieter in Gießen mit einer beispiellosen Mieterhöhungswelle überzogen hatte, gegen die sich breiter Widerstand aufbaute, der auch erfolgreich war und das Unternehmen zum Rückzug zwang. Warum sollen wir mehr Miete bezahlen, wo doch der Bauverein die Instandhaltung vieler seiner Liegenschaften in Gießen erheblich vernachlässigt , fragten damals die Mieter empört. Man kann das auch heute schon am äußeren Erscheinungsbild der Wohngebäude  erkennen.

Hinzu kommt die glücklose Hausverwaltung, die bis 2012 das Unternehmen “pro immoblia” mehr schlecht als recht ausübte. Die Mieter fanden kaum einen Ansprechpartner für ihre Wohnungsprobleme und selten gab es befriedigende Lösungen. Der Ärger war verbreitet. Der bezog sich auch auf die fehlerhaften Betriebskostenabrechnungen.  Mit dem Verwalterwechsel zur Bauverein-Tochter “BVD-Mittehessen” zum 1.1.2013 sollte alles besser werden, versprach man. Aber dem ist leider nicht so. “Es gibt nach wie vor große Probleme bei den Betriebskostenabrechnungen. Mieter erhalten grundlos Kündigungsandrohungen, weil sie angeblich mit den Nebenkosten im Rückstand seien, was sich nach einer Überprüfung der Unterlagen dann oft genug als falsch herausstellt”, erklärt man beim Mieterverein.

“Ein Eigentümerwechsel bietet immer die Chance auf eine Verbesserung der Mietersituation, aber auch das Risiko, vom Regen in die Traufe zu geraten,” fasst der Vereinsvorsitzende die Erfahrungen zusammen.