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25.12.14 - 08:04 Uhr

Vielerorts sinken Strom- und Gaspreise, Stadtwerke Gießen warten ab

Erstmals seit gut 14 Jahren müssen die Stromkunden zum Jahreswechsel keine neue Teuerungswelle hinnehmen. Im Gegenteil: Für viele Haushalte wird Strom im neuen Jahr endlich einmal wieder billiger. Etliche  Anbieter haben zum Januar 2015 Preissenkungen in der Grundversorgung angekündigt, bestenfalls um bis zu 5,4 %. Andere Anbieter werden wenigstens nicht erhöhen. Bei den Stadtwerken Gießen rechnet man noch. Für eine Familie mit einem Verbrauch von 5.000 kWh im Jahr kann die kommende Entlastung etwa 35 € bedeuten. Im günstigsten Falle könnten Kunden nächstes Jahr 81 € sparen. 

„Warum die Preise ausgerechnet jetzt fallen, hat nach Expertenansicht gleich mehrere Gründe. Zum einen ist der Börsenstrompreis in Leipzig, zu dem sich die Versorger selbst eindecken, weiter deutlich gesunken und inzwischen auf einem historischen Tiefpunkt. Zum anderen sinkt 2015 auch die EEG-Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien, und zwar von heute 6,24 Cent auf voraussichtlich 6,17 Cent pro kWh. Sie galt jahrelang als einer der Preistreiber beim Strom. Wegen dieser Entwicklung wird es einigen  Anbietern möglich, auch 2015 regional wieder steigende Netzentgelte auszugleichen und den Vorteil an die Kunden weiterzugeben“, erklärt der Mieterverein. 

„Ob die sinkenden Preise nur ein Strohfeuer sind oder ein echter Trend, sei derzeit allerdings noch nicht absehbar,“ sagt Stefan Kaisers, Vorsitzender des Mietervereins. Er hält das Potential für Strompreissenkung jedenfalls bei Weitem nicht für ausgeschöpft. Wenn ein örtlicher Versorger erklärt, die Senkung der EEG-Umlage ergebe bei der Weitergabe an den Kunden gerade einmal 2,10 Euro im Jahr, muss man ihn daran erinnern, dass die Einkaufspreise der Versorger für Strom an der Strombörse seit drei Jahren um 20 Euro pro Megawattstunde gefallen sind.  Ihren Einkaufsvorteil haben viele Versorger aber bislang kaum oder gar nicht an die Kundschaft weitergegeben. „Im Gegenteil, vor allem die Grundversorger haben die Preisschraube schamlos immer weiter angezogen. Dazu hatten sie aber kein Recht,“ kritisiert der Mieterverein. 

Auch beim Gas sei der Markt etwas in Bewegung gekommen, und die ersten Gasversorger hätten Nachlässe um durchschnittlich 5,2 % angekündigt, was einen 4-Personen-Haushalt mit 20.000 kWh im nächsten Jahr um etwa 85 € entlasten kann, wie das Vergleichsportal „Check 24“ berechnet hat. Von den Stadtwerken Gießen höre man zum Gaspreis nichts. 

Wer von den Preissenkungen profitieren will, sollte nach Alternativen zum bisherigen Versorger suchen. Vergleiche seien mithilfe von Verbraucherzentralen oder Suchmaschinen im Internet, wie etwa verivox.de, Toptarif.de oder Check 24.de möglich. Wer sich einen günstigen Versorger sucht, kann bestenfalls einige hundert Euro im Jahr sparen, bei Gas meist mehr als bei Strom.