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25.11.14 - 08:41 Uhr

Wohnungsbaugenossenchaft in Langgöns modernisiert ein Mehrfamilienhaus – Mieter zahlen den Preis !

Wie die Gemeinnützige Wohnungsbau- und Siedlungsgenossenschaft Langgöns e.G. in einer ganzseitigen Anzeige am Wochenende stolz mitteilte, hat sie ein 6-Familienhaus in Langgöns umfassend energetisch modernisiert und instandgesetzt. Welche Folgen hat das für die Mieter ? Leben die jetzt im Mieterhimmel ?

Die Kosten von 147.000 Euro für die energetische Modernisierung wurden mit 11% auf die Mieter umgelegt. Dadurch wäre die Kaltmiete von 4,50 Euro/qm auf 6,91 Euro/qm gestiegen. Das sind stolze 71% ! Der Genossenschaft schien der Mietsprung dann doch etwas überzogen. Um „sozialverträglich“ zu handeln, deckelte der Vorstand der Genossenschaft die Kaltmiete auf „nur“ 5,80 Euro/qm, was aber auch noch 43,7 % Steigerung bedeutet. Die Kaltmiete steigt also bei einer 80 qm großen Wohnung pro Monat um satte 140,- Euro. 

Mit welcher Kosteneinsparung werden die Mieter im Gegenzug wohl rechnen können ? Nimmt man den aktuellen Heizkostenspiegel für Hessen zu Hand, ergibt sich daraus an Energiekosten (Heizung und Warmwasser) 1,15 Euro/qm/Monat. Das wären im Jahr 1104 Euro. Geht man realistisch davon aus, dass aufgrund der Modernisierung die Energieeinsparung 65% beträgt, ergäbe das einen Betrag von 59,80 Euro/Monat. Unter dem Strich zahlt der Mieter also monatlich 80,20 Euro mehr als vor der Sanierung des Gebäudes. Jeder kann nun selber entscheiden, wie gut das Geschäft ist. Selbst wenn sich die Energiekosten verdoppeln, würde das immer noch ein finanzielles Minus für den Mieter bedeuten. Und niemand wird dafür garantieren, dass die Kaltmiete konstant bleibt.

Der Gegenentwurf zu einer überzogenen energetischen Modernisierung (Komplettsanierug) , die an die falschen Versprechungen ( 70% Einsparungen und mehr !) der Dämmstoff-Branche glaubt und sich dem Förderdiktat der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)  unterwirft, ist die warmmietenneutrale energetische Ertüchtigung eines Hauses. Danach steigt die Kaltmiete nur in dem Umfang, wie die Wärmekosten sinken. Hierfür gilt der Grundsatz:  weniger ist oft mehr. Die Dämmung der Kellerdecke und der obersten Geschossdecke (Dach) sowie eine moderne Heizungsanlage verursachen moderate Kosten und reichen in der Regel aus, um 50% der Energiekosten einzusparen. Wer der Einspar-Schimäre Passiv-Haus-Standard hinterherläuft, überfordert die Mieter finanziell und leistet dem Klima und der Energiewende einen Bärendienst.