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04.11.14 - 10:57 Uhr

Fast jede zweite Nebenkostenabrechnung ist fehlerhaft

Mieterverein rät zur Überprüfung

„Viele Mieter bekommen in diesen Wochen noch ihre Nebenkostenabrechnung für das Jahr 2013. Für einen Großteil ist die Post vom Vermieter wieder unerfreulich. Nachforderungen von ein paar hundert Euro sind in diesem Jahr keine Seltenheit. Beim Mieterverein gibt man den Rat: nicht einfach bezahlen, sondern erst nachrechnen. Etwa jede zweite Betriebskostenabrechnung ist nach Einschätzung des Mietervereins falsch, unvollständig oder schlicht nicht nachvollziehbar“, erklärt Stefan Kaisers, Vorsitzender des Mietervereins. 

Nur wer mit Öl heize, könne sich über eine Entlastung bei den Heizkosten freuen. Denn der Ölpreis sank 2013 um 6 %. Wer dagegen Gas und Fernwärme nutze, zahle meist wieder drauf. „Erst bei der Abrechnung für 2014 gibt es wohl seit Langem wieder einmal Geld zurück für alle,“ betont man beim Mieterverein. Der milde Winter und vergleichsweise moderate Energiepreise würden es  möglich machen. 

Nicht nur private Vermieter, sondern auch die Profis in den Hausverwaltungen würden sich  sich immer wieder Schnitzer beim Abrechnen leisten. Oft schleiche sich ein Posten in die Kostenaufstellung, der gar nicht umgelegt werden dürfe. Oder es hake bei Fristen oder Verteilerschlüsseln beim korrekten Anrechnen von Modernisierungskosten. „Das Recht rund um die Betriebskosten ist kompliziert“, sagt Kaisers. 

Wer unerwartet für 2013 nachzahlen muss, sollte seine alte Abrechnung vom Vorjahr heraussuchen und beide miteinander vergleichen. Zu prüfen ist, welche Posten sich überdurchschnittlich verteuert haben und welche konstant geblieben sind, rät der Mieterverein. Dafür haben Mieter allerdings nur etwa vier Wochen Zeit. 

Auch der Vermieter muss sich an Fristen halten: er hat 12 Monate Zeit, um die Jahresabrechnung vorzulegen. In der Regel muss er damit bis zum Jahresende fertig sein. 

Bei den folgenden Positionen machen Vermieter und Hausverwaltungen am häufigsten Fehler, hier kann meist nachgehakt werden: 

Zahlungen etwa für die Hausverwaltung, Bankgebühren, Porto, Zinsen, Telefon sind keine Betriebskosten. Sie dürfen nicht auf den Mieter umgelegt werden.

Den Hof kehren und das Treppenhaus sauber halten, sind typische Hausmeister-Arbeiten. Werden diese Positionen von externen Service-Kräften übernommen oder zusätzlich abgerechnet, obwohl es einen Hausmeister gibt, sollten Mieter nachfragen. Sonst werden sie doppelt zur Kasse gebeten. 

Immer wieder finden Mieter einer Eigentumswohnung die Position „Verwaltungs- und Instandhaltungskosten“ in ihrer Abrechnung. Das geht nicht. Der Besitzer der Immobilie muss diese Kosten zahlen, der Mieter nicht. 

Die Pflege und Wartung des Fahrstuhls z. B. sind definitiv Betriebskosten. Auch Erdgeschoss-Mieter können dafür zur Kasse gebeten werden, nicht aber Mieter in einem anderen Gebäudeteil. Häufig verbergen sich hinter dem Posten „Wartung“ aber Reparaturen. Diese muss der Mieter nicht zahlen. Reparaturen im Haus oder in der Wohnung sind immer Sache des Vermieters. 

Nur die aufgeführte verbrauchte Energiemenge darf in der Betriebskostenabrechnung abgerechnet werden. Sie setzt sich zusammen aus Anfangsbestand im Öltank plus Zukäufe. Der Rest im Tank muss am Ende des Abrechnungszeitraumes abgezogen werden. Bei Erdgas oder Fernwärme sollte der Anfangs-Zählerstand mit dem in der Vorjahresabrechnung angegebenen Endstand verglichen werden, um ganz sicher zu gehen. Eine Beschichtung oder der Anstrich des Tanks sind nicht umlagefähig, die Reinigung des Öltanks aber doch.