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20.10.14 - 08:20 Uhr

Viele alte Holzkamine müssen bis zum Jahresende verschrottet werden

zu viel Feinstaub

„Am Jahresende 2014 endet die Betriebserlaubnis für zahlreiche alte Holzöfen, jedenfalls für diejenigen, die älter als 40 Jahre sind. Solche Öfen gibt es nicht nur in bescheidenen Wohnverhältnissen. Auch ältere Kachelöfen  zählen dazu, wie sie sich im Wohnzimmer mancher Einfamilienhäuser finden – oft als Zusatz zur Zentralheizung“, heißt es in einer Presseerklärung des Mietervereins. 

Wie viele Holzöfen am Ende betroffen sein werden, weiß keiner so genau, denn Zahlen über Verkauf oder Verbreitung der Öfen in den Fünfziger bis Siebziger Jahren gibt es nicht. Sicher aber ist: Es ist erst der Anfang eines massiven Austauschprogramms für alte Öfen und die in Deutschland so beliebten offenen Kamine. Letztere sehen zwar schön aus, taugen aber nicht als Heizung. Da sie ohnehin nur gelegentlich genutzt werden dürfen, genießen sie eine Ausnahme. 

„Hinter der Ofen-Erneuerung steht eine schon vier Jahre alte Verordnung des Bundes. Seit 2010 verlangt sie für jeden neuen Ofen eine Art Unbedenklichkeitserklärung, was den jeweiligen Ausstoß an Feinstaub und Kohlenmonoxid angeht. Dies ist vom Schornsteinfeger zu überprüfen. Danach sind bis zum 31. Dezember erst einmal Öfen an der Reihe, die bis Ende 1974 eingebaut wurden. Ende 2017 folgen die Baujahre bis 1984 einschließlich, Ende 2019 jene Öfen, die vor 1995 aufgestellt wurden. Bis Ende 2024 sollen so alle Öfen ausgetauscht oder nachgerüstet werden, die bis zum März 2010 installiert wurden – damals trat die Neuregelung in Kraft. Insgesamt um die 4,5 Millionen Anlagen dürften schätzungsweise demzufolge betroffen sein, und am Ende wird sich der Effekt durchaus messen lassen: in der Luft,“ erklärt man beim Mieterverein.

Denn der Staub aus ungefilterten Öfen gilt als eine der Hauptursachen für erhöhte Feinstaubkonzentrationen. Im Herbst und Winter hätten Öfen an die 15 % zur Feinstaubbelastung beigetragen. Nicht selten führten erst diese Emissionen dazu, dass an einzelnen Messstationen die zulässigen Grenzwerte überschritten wurden. Im kalten Winter 2010 hätten die Emissionen der so genannten Kleinfeuerungsanlagen nach Zahlen des Umweltbundesamtes sogar über denen des Straßenverkehrs gelegen. Messen lasse sich das vergleichsweise zuverlässig, weil sich der Feinstaub aus Öfen über den Stoff Levoglucosan verrät. Der entsteht bei der Verbrennung von Cellulose.

Nach Aussagen des Umweltbundesamtes (UBA) werde die neue Regelung dazu beitragen, dass die gesundheitsgefährdende Feinstaubbelastung in Deutschland abnimmt. Auch Haushalte, deren Öfen jünger sind, könnten sich jetzt schon um Nachrüstung kümmern. „Die Schornsteinfeger“, so der Mietervereinsvorsitzende, Stefan Kaisers, „sind dabei gute Berater.“