Sie verwenden einen veralteten Browser mit Sicherheitsschwachstellen und können daher diese Webseite nicht nutzen.

Hier erfahren Sie, wie einfach Sie Ihren Browser aktualisieren können.

24.04.13 - 10:59 Uhr

Mieterverein begrüßt Berufung von Reinhard Thies zum Wohnbau-Chef

Solche baulichen Maßnahmen dürften nicht nach Gutsherrenart gegen den Widerstand der Betroffenen und ihrer Vertreter im Mieterrat durchgedrückt werden. Vor allem müsse die finanzielle Leistungsfähigkeit der Bewohner immer im Blick bleiben. “Die Wohnbau ist kein Vermieter für die Besserverdienenden in der Stadt, sondern für die Bürger, die mit bescheidenem Budget zurechtkommen müssen und deshalb bezahlbaren Wohnraum benötigen”, sagt der Mietervereinsvorsitzende, Stefan Kaisers. Die aktuelle Wohnungsmarktstudie zur Situation in Mittelhessen des Institutes für Wohnnen (IWU) mache deutlich, dass die Mietbelastung in Gießen deutlich steige.

“Die energetische Extremsanierung nach dem Passivhaus-Standard treibt diese Entwicklung noch weiter an, denn die Kaltmieten steigen danach weitaus stärker als die Heizkosten sinken. Deshalb ist dem Grundsatz der Warmmieten-Neutralität unbedingt wieder Beachtung zu schenken”, verlangt Kaisers nachdrücklich. Wer die Belastungsgrenzen der Mieter testen wolle, der schade der Akzeptanz der Energiewende. Er verweist in dem Zusammenhang auf eine Studie des renommierten Prognos-Institutes im Auftrag der Kreditanstalt für Wiederaufbau(KfW), nach der sich die notwendigen Investitionen in die Energieeinsparung nicht aus den eingesparten Energiekosten refinanzieren ließen, das heißt, das Dämmen lohnt sich kaum. Nur wenn der Wärmeschutz in die allgemeine Modernisierung des Wohnungsbestandes eingebunden werde, könne sich die Energiekostenersparnis in 20 Jahren rechnen. Eben dies sei etwa bei den lediglich energetisch sanierten Wohnbau-Häusern am Trieb nicht geschehen. Ein solches Vorgehen ist weder wirtschaftlich, noch generationengerecht, denn die Mieter von heute müssen hohe Mietaufschläge für etwas zahlen, dessen Nutzen sie oftmals gar nicht mehr genießen können”, so Kaisers.

Abschließend sagt er: “Der Mieterverein ist bereit, mit Herrn Thies in einen sachlichen Dialog ber die Modernisierung des Wohnungsbestandes einzutreten. Seine Ziele zur sozialen Stadterneuerung unterstützen wir ohne Vorbehalte.”