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13.04.13 - 10:58 Uhr

Jahreshauptversammlung des Mietervereins

Anschließend berichtete der Vereinsvorsitzende, Stefan Kaisers , in seinemGeschäftsbericht für 2011/12 über die stagnierende Entwicklung bei den Mitgliederzahlen. Man freue sich, mit über 5468 Mitgliedern nach den Großstadt-Vereinen der fünfgrößte Mieterverein in Hessen zu sein. Es werde aber zunehmend schwerer, neue und vor allem jüngere Mitglieder längere Zeit an den Verein zu binden. Kaisers bedauerte die hohe Fluktuation. Mietervereine seien in ihrem Selbstverständnis keine „Mietberatungs-GmbH“, sondern Solidar- und Selbsthilfegemeinschaften, in der sich jedes Mitglied an der Lösung seines Problems angemessen zu beteiligen habe. Neben der Rechtsberatungsarbeit habe ein Mieterverein die wichtige Aufgabe, die miet- und wohnungspolitischen Interessen der Mieterschaft in der Öffentlichkeit zu vertreten und kommunalpolitisch darauf zu drängen, dass die Mieterbelange ausreichend berücksichtigt werden.

Kaisers führte aus, dass man allein im letzten Jahr rund 3800 Rechtsberatungen durchgeführt habe und damit die größte außergerichtlicheStreitschlichtungseinrichtung in Gießen sei. Im Mittelpunkt der Arbeit stehe die Erhaltung des Rechtsfriedens und die Vermeidung von unnötigen Mietrechtsprozessen. Leider nähmen die Streitigkeiten um die Heiz- und Nebenkosten immer mehr zu, was in Zeiten rasant gestiegener Energiekosten und real gesunkener Einkommen auch nicht verwunderlich sei.

Bei den Wohnungsmängeln stünden Schimmelprobleme weiter an der Spitze. Auch das Problem der „angemessenen Wohnkosten“ im Rahmen der Hartz-Reform sei wegen der jüngst verschärften Kriterien des Jobcenters in den Beratungen ein Thema.

Bezogen auf die lokale Wohnungsmarktsituation sagte der Mietervereinsvorsitzende : „Eine Wohnungsnot wie im Rhein-Main-Gebiet gibt es in Gießen zum Glück noch nicht, aber ein auffälliger Mangel an kleinen und bezahlbaren Wohnungen ist feststellbar. Der Grund dafür ist u.a. :Immer mehr Sozialwohnungen fallen aus der Bindung, d.h. sie werden teurer und neue Sozialwohnungen kommen nicht hinzu. Die energetische Modernisierung treibt die Mietkosten stark in die Höhe. Insgesamt nimmt die Zahl der Mieterhöhungen zu.“ Mieter sollten aber bei der Anmietung einer neuen Behausung unbedingt nach dem Energieausweis fragen, denn eine Wohnung mit geringer Kaltmiete habe nicht selten hohe Energiekosten.

Beim Mieterverein beklagt man die Verschlechterung der Rechtsposition der Mieter durch die vor kurzem von der Bundesregierung beschlossenen Mietrechtsänderungen. Auch viele Entscheidungen des Bundesgerichtshofes (BGH) seien alles andere als mieterfreundlich.

Anschließend fanden die Wahlen zum Vorstand statt. Die Versammlung bestätigte alle Personen in ihren Ämtern : 1. Vorsitzender : Stefan Kaisers ; die beiden Stellvertreter : Heimo Klemm und Jürgen Hirschmann ; Beisitzer : Hannelore Hiegert, Susanne Eue, Thomas Richel, Peter Sommer. Zu Kassenprüfern wurden bestellt : Erika Wolf und Norbert Rieger.