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27.06.12 - 10:44 Uhr

Wohnbau darf die Mieter nicht finanziell überfordern

  Grundsätzlich sei die energetische Sanierung von Wohnungen notwendig und richtig. Nur so werde angesichts weiter steigender Energiepreise das Wohnen zukünftig noch bezahlbar bleiben und die gesteckten Klimaziele könnten erreicht werden. „Ob aber immer der hohe Kosten verursachende Passivhaus-Standard erzielt werden muss, für den es die höchsten Fördermittel gibt, ist zu bezweifeln. Denn wenn am Ende Gesamtmieten von 9,20 Euro/m² herauskommen, wie jüngst im Spitzwegring, übersteigt das die finanzielle Leistungsfähigkeit von immer mehr Menschen in Gießen“, so Kaisers. Aufgabe der Wohnbau als kommunales Wohnungsunternehmen sei es nach wie vor, die breiten Bevölkerungsschichten mit geringeren Einkommen mit Wohnraum zu versorgen und nicht die Besserverdiener.

 

   Der Mietervereinsvorsitzende rechnet vor :„Aus der Sanierung einer 70qm–Wohnung, in die 300 Euro/qm investiert werden, ergibt sich eine monatliche Mieterhöhung von 200 Euro, wenn man die Kosten im Rahmen des gesetzlich Zulässigen auf die Mieter umlegt. Über Einsparungen bei den Heizkosten, die von der Wohnbau immer als zentrales Argument herausgestellt werden, lassen sich aber nur höchstens 50 Euro ausgleichen“. Das führe dazu, dass die Mieter von heute die Rechnung bezahlen und die Mieter von übermorgen davon profitieren werden. Deshalb müsse es bei nicht mehr ausreichenden staatlichen Hilfen für die Mieter eine zusätzliche Förderung mit einer „Klimakomponente“ geben, die auch bei der Übernahme der Unterkunftskosten bei Hartz-4 Empfängern greife.

 

   „Es geht nicht an, dass die Mieter die Kosten der energetische Modernisierung alleine tragen. Staat, Vermieter und Mieter sollten sich fairerweise zu je einem Drittel an den Sanierungskosten beteiligen“, meint Kaisers, „denn alle haben einen Nutzen davon. Der Staat kommt den Klimazielen näher, der Vermieter steigert den Wert der Wohnung und damit seine Chancen auf eine langfristige Vermietbarkeit des Objektes und der Mieter erhält die Heizkosten gedeckelt